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Weinbauinfo Markgräflerland Nr. 2

Datum: 01.04.2019

Allgemeine Situation:

Bezüglich der Bodenwasserversorgung brachte der März keine wirkliche Entspannung. Die Niederschläge im Markgräflerland betrugen zwar zwischen 40 und 60mm und damit im Bereich vom Durchschnitt. Da aber die Verdunstungsrate durch den recht trockenen Wind ebenfalls recht hoch lag, ist die Wasserbilanz leicht im Minus. Trotz der kühlen Nächte lag die Durchschnittstemperatur im März 2,0°C über dem langjährigen Durchschnitt. In vielen Lagen beobachtet man deutliches „Knospenschwellen“ und in den frühen Lagen ist das „Wollestadium“ bereits erreicht. Die Wettervorhersage meldet einen markanten Wetterumschwung mit deutlich zurückgehenden Temperaturen zum Wochenende hin und für Mittwoch und Donnerstag ergiebigen Regen. Für die kommende Woche erwartet man durchschnittliches Aprilwetter.

Rebschutz:

Traubenwickler: Die Temperatursumme für die Flugbereitschaft der Heuwurmmotten ist sehr schnell angestiegen und liegt derzeit bereits zwischen 800 und 920 Gradtagen. Die Ausbringung der Pheromone ist überall in vollem Gange und sollte bis zum 6. April abgeschlossen sein. Auch die Pheromonfallen sollten nun umgehend aufgehängt werden. Dies gilt sowohl für die Kontrolle der Pheromongebiete, als auch für die „Nichtverwirrungsgebiete“. Bei den Kontrollfallen der Fa. BASF wird beim Bekreuzten Traubenwickler nur noch der Ködertyp „BioLure“ verwendet. Eine Gebrauchsanleitung ist beigelegt. Bei den „BioLure“-Ködern ist zu berücksichtigen, dass zur Aktivierung die Schutzfolie auf der Vorderseite abgezogen werden muss. Nach dem Abziehen der Schutzfolie kann der Köder auf der seitlichen Innenfläche vom Fallenkörper angeklebt werden. Die Fängigkeit der Ködertypen ist nach Aussage der Fa. BASF identisch.

Kräuselmilben: Auf Grund fehlendem/unzureichendem Raubmilbenbesatz ist in 2-4jährigen Anlagen der Befallsdruck durch die Kräuselmilben besonders hoch. Deshalb wird für solche Anlagen eine Kräuselmilbenbekämpfung dringend angeraten. Der wirkungsvollste Bekämpfungstermin gegen die Kräuselmilben ist beim Beginn der Auswanderung, in der Regel kurz vor dem „Wollestadium“. Die Temperatursumme für den Wanderungsbeginn der Kräuselmilben (siehe unter www.vitimeteo.de ) ist durch die sehr warmen Tage so angestiegen, dass mit dem Wanderungsbeginn in den kommenden Tagen zu rechnen ist. Für die frühen Lagen wäre umgehend, für die meisten Lagen Anfang der kommenden Woche der richtige Termin für eine Austriebsbehandlung. Für diese Austriebsspritzung empfehlen wir Netzschwefel mit 3,6 kg/ha kombiniert mit einem Ölpräparat wie z.B. Para Sommer (4l/ha), oder Micula (8l/ha). Mit dieser Spritzung werden auch Pockenmilben miterfasst. Die Zumischung eines weiteren Fungizides, z.B. gegen Schwarzfleckenkrankheit, ist derzeit aber unnötig. Für einen guten Bekämpfungserfolg sollte die Temperatur bei der Ausbringung über 10°C sein und auf eine gute Spritzqualität (tropfnass spritzen, nicht sprühen) geachtet werden.

Knospenschädlinge: Ich stelle in den vergangenen Jahren eine leichte Zunahme fest, auch auf Flächen, wo es bisher mit den Knospenschädlingen keine Probleme gab. Achten Sie deshalb, nicht nur in den bekannten Befallslagen, ab sofort auf typische Befallssymptome. Erste vereinzelte Fraßschäden/-löcher habe ich heute (1. April) gefunden.

Die Bekämpfung ist grundsätzlich nicht einfach. Einen guten Bekämpfungserfolg erzielt man durch Absammeln der Schädlinge, Rhombenspanner tagsüber, Erdraupen nach Einbruch der Dunkelheit. Gegen Rhombenspanner sind z.B. die Insektizide Steward (50g/ha) und Mimic (0,2l/ha) zugelassen. Mimic (0,2l/ha) ist auch gegen Erdraupen zugelassen. Wichtig ist, dass der ganze Rebstock intensiv behandelt wird.

Schwarzfleckenkrankheit: Erst ab Erscheinen des ersten Grüns (Knospenaufbruch) sind bei anhaltender Blattnässe, insbesondere in Anlagen mit Vorjahresbefall, Infektionen durch die Schwarzfleckenkrankheit möglich. Insgesamt sieht man in den Anlagen aber kaum Vorjahresbefall, so dass eine Behandlung in diesem Jahr wenig sinnvoll ist.

Herbizidausbringung: Ich möchte noch einmal dringend darauf hinweisen, dass eine Herbizidbehandlung auf nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen (z.B. Straßen und Wege) verboten ist. Halten Sie auch ausreichend Abstand zu ökologisch arbeitenden Betrieben. Unsachgemäße Anwendung ist gesetzwidrig und schädigt gleichzeitig auch den Weinbau in seiner Außendarstellung!

Bodenpflege und Düngung: Auf Grund der angekündigten Niederschläge herrschen, bei bereits erfolgter Saatbeetbereitung, jetzt gute Bedingungen für Einsaaten. Achten Sie auf gute Rückverdichtung mittels Walze. Für die mineralische Stickstoffdüngung ist es jetzt immer noch zu früh!

Nächster Aufruf voraussichtlich am Dienstag, dem 16. April

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