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Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2019/01

Datum: 28.02.2019

Kohltrieb- und Rapsstängelrüssler
Eine Abdeckung mit Vlies schützt Kohlkulturen nicht nur vor Kälte und damit vorm Schossen, sondern auch vor Kohltrieb- und Rapsstängelrüssler. Die frühlingshaften Temperaturen haben bei diesen einen ungewöhnlich frühen Flug ausgelöst. An warmen, windstillen Tagen sollte die Bedeckung nicht abgenommen werden. Wenn doch, empfiehlt sich, eine Behandlung mit einem Kon-taktinsektizid (z. B. Pyrethroide) vorzunehmen, bevor die Bedeckung wieder aufgelegt wird.

Kohltriebrüssler Käfer
Bild oben: Kohltriebrüssler an Blumenkohl

Kohl-Mottenschildlaus – Wehret den Anfängen!
Bei der Bekämpfung von Blattläusen an Gewächshaus-Kohlrabi werden auch die Weißen Fliegen erfasst, die dort in manchen Fällen sitzen. In der Regel handelt es sich dabei um die Kohl-Mottenschildlaus. Sie geht praktisch nur an Kreuzblütler, hat für die Sommerkulturen im Gewächshaus also keine Bedeutung. Allerdings kann sie auf Kohljungpflanzen überwandern, welche im und am Gewächshaus aufgestellt werden. Das sollte unbedingt verhindert werden, damit man sich die Probleme nicht selbst aufs Feld pflanzt.
Eine weitere Maßnahme, um der Kohl-Mottenschildlaus den Start in diese Saison zu erschweren, ist, die überwinterten Kohl-bestände im Freiland so bald wie möglich unterzupflügen. An Rosenkohl und Wirsing gibt es meist Nichts mehr zu ernten, aber noch einige grüne Blätter. An denen können die Kohl-Mottenschildläuse (und andere Schaderreger) überdauern und sich ver-mehren.
Die alten Kohl-Bestände sollten umgebro-chen werden, solange die jungen Kohlsätze noch unter Vlies stehen. Sonst besteht die Gefahr, dass die heimatlos gewordenen Schädlinge überwandern.

Kohl-Mottenschildlaus an überwintertem Wirsing
Bild oben: Die Kohlmottenschildläuse haben den Winter gut überstanden.


Blattläuse
In den Gewächshäusern vermehren sich die Blattläuse. Am auffälligsten ist die Gierschlaus an Petersilie und anderen Doldenblütlern (Fenchel, Dill, Kerbel etc.). Eine Bekämpfung sollte stattfinden, bevor es so viele Läuse gibt, dass sie Blattschäden hervorrufen. Weniger beach-tet werden die Pfirsich- und Kartoffelläuse, welche nicht nur am Gemüse, sondern auch am Unkraut sitzen. Auch wenn sie dort keine wirtschaftlichen Schäden machen, sollten sie be-kämpft werden, bevor sie auf die Sommerkulturen überwandern und evtl. Viren mitbringen. Das saubere Ausräumen von Ernteresten und Unkraut, evtl. mit nachfolgendem Abflammen der Flächen ist eine aufwendige aber effektive Alternative zum Einsatz von Insektiziden.
Das Abflammen erfasst auch Wintergetreidemilben und einen Teil ihrer in der obersten Bo-denschicht abgelegten Eier.
Offene Zucht
Wer den Nützlingseinsatz im Gewächshaus mit ei-ner offenen Zucht unterstützen will, der muss jetzt Getreide aussäen. Getreideläuse sollten auch gleich bestellt werden, denn sie lassen sich am besten ansiedeln, wenn die Keimlinge gerade aus dem Boden spitzen. Zwei Wochen Entwicklungszeit sollte man den Getreideläusen mindestens gönnen, bevor die ersten Nützlinge eigesetzt werden. Ne-ben Wintergerste und –weizen ist Indische Fin-gerhirse (Eleusine coracana) gut für die offene Zucht geeignet. Sie hält eine ganze Saison im Ge-wächshaus durch, braucht aber Wärme – auch bei der Anzucht.

Blattläuse und Schlupfwespen an offener Zucht
Bild oben: Blattläuse und Aphidius-Schlupfwespen an Getreide in der offenen Zucht


Zulassungen
Der Rückstandshöchtsgehalt für Lambda-Cyhalothrin wurde für einige Gemüsearten stark abgesenkt. Die Anwendung von Karate Zeon, Kusti und anderen Mitteln mit diesem Wirkstoff ist in Salate, Dill und Grünkohl nicht mehr zulässig. Wird Kohlrabi mit diesen Mitteln behan-delt und soll mit Laub vermarktet werden, muss darauf hingewiesen werden, dass die Blätter nicht zum Verzehr geeignet sind (VV605). Diese Kennzeichnung ist nicht nötig, wenn eine Rückstandsanalyse zeigt, dass die zulässigen Höchstmengen für Lambda-Cyhalothrin nicht überschritten werden.

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