Weinbauinfo Kaiserstuhl Nr. 19-2022

Agenda      Herbstbericht

                   Pflanzrechte

                   Handarbeitsweinbau/Fakt C2 Steillagen

                   Stoffstrombilanz

                   Abschaltung telefonischer Auskunftgeber Pflanzenschutz

 

 

Herbstbericht 2022

Unter den Vorzeichen außergewöhnlich warm und mit geringen Winter-Niederschlägen startet das Jahr 2022. Überdurchschnittlich viele Sonnenstunden und Sonnentage eröffneten ein witterungskonstantes Zeitfenster für die Winterarbeiten (Reben schneiden und Biegen). Bereits Ende März waren diese Arbeiten fast ausnahmslos beendet und die Pheromondispenser wurden aufgehängt. Der niederschlagreichste Monat im Frühjahr war der April mit ca. 44 mm. Zusammen mit der anhaltenden Wärme entwickelten sich die Rebknospen schon früh in Richtung Wollestadium. Der Austrieb war nahe. Absinkende Temperaturen am 4.April mit Spitzenwerten von -3° bis -4°C führten nur zu geringen Frostschäden was unter den Vorzeichen der temporären Entwicklung der Reben sehr verwunderlich war. Wir hatten viele Glück, da in der Frostnacht sehr trockene Luft-Verhältnisse vorherrschten.

Der Austrieb erfolgte ca. 5 Tage vor dem langjährigen Mittel und war je nach Rebsorte und Lage sehr ungleichmäßig. Eine länger anhaltende Hochdruckwetterlage Ende April und im Mai sorgten für eine zügige Rebenentwicklung. Die Blüte startete ab 25.05. unter optimalen Witterungsbedingungen. Ein Wetterwechsel Anfang Juni mit abkühlenden Nächten verzögerte die Blüteentwicklung und erweiterte die zeitlichen Unterschiede zwischen frühen-, mittleren und späten Lagen am Kaiserstuhl. Verrieselungen in größerem Umfang wurden von Seiten der Winzer gemeldet. Nur geringe Niederschläge im Mai bis Ende Juni begleitet von hohen Tagestemperaturen und austrocknenden Winden förderten eine starke Austrocknung des Oberbodens. Schon früh zeigten jüngere Rebanlagen, 2.-5. Jahr, auf wenig tiefgründigen Standorten, Symptome von Wasserstress. Das Wachstum der Triebe stagnierte. Erste Blätter wurden gelb. Bewässerungsmaßnahmen waren notwendig um die weiter Entwicklung dieser Rebanlagen zu bewerkstelligen. Hier war ein hoher Zeitbedarf und Arbeitseinsatz gefordert, da auch der weitere Vegetationsverlauf durch Trockenheit bestimmt war.

Ergiebige Niederschläge Ende Juni reichten den älteren Ertragsanlagen in entsprechend tiefgründigen Böden für ihre weitere Entwicklung. Ein zweite Trockenperiode mit sehr heißen Tageshöchsttemperaturen von bis zu 38°C führte je nach Ausrichtung der Rebzeilen zu starkem Sonnenbrand. Besonders empfindlich zeigte sich die Rebsorte Weißburgunder. Zum Termin Abschlussspritzung Ende Juli waren teilweise starke Trockenschäden in den Rebanlagen auf bekannten Standorten (Vulkanverwitterungsböden, Böschungszeilen, heiße Lagen) auch in älteren Ertragsanlagen zu beobachten. Eine kleine Ernte 2022 wurde prognostiziert.

Ergiebige Niederschläge Mitte August und Anfang September wurden direkt von den Reben aufgenommen und die Trauben füllten sich. Frühe Ertetermine ab Ende August, insbesondere für Sektgrundweine, ergaben eher geringe Mostausbeute. Zunehmende physiologische Reife ab 5. September führte zur Zunahme der Traubenaromen und Traubengewichten. Die „physiologische Reife“ war erreicht und mit der Hauptlese bei Grauburgunder und Spätburgunder (Pinot Noir) konnte begonnen werden. Wer bei Müller-Thurgau und Weißburgunder noch etwas pokerte hatte eine glückliche Einschätzung und wurde mit zunehmenden Öchslegraden und besseren Traubenaromen belohnt.

Die vermutete rasche Öchslezunahme über die 100°Öchsle stellte sich nur bedingt ein. Damit war das Lesefenster von ca. 4 Wochen deutlich länger als erwartet. Dies war auch notwendig, da die Ertragserwartung überraschend übertroffen wurden und damit mehr Zeit für die Ernte und die Mosteinlagerung benötigt wurde. Insgesamt ein spannender Herbst mit überdurchschnittlich gesunden Trauben bei guten bis sehr guten Extraktwerten. Das gewünschte Ziel von Qualität und Quantität wurde erreicht. Wir dürfen uns auf fruchtige gut strukturierte Weine mit angenehmer Säure freuen.

 

Umwandlung von Pflanzrechten für Flächen, die vor 01.01.2016 gerodet wurden, zur Überführung in das neue Rechtssystem

-          Antragstellung nur bis 31.12.2022 möglich

-          Antragsteller: Nur derjenige, der die Rodung in der WBK gemeldet hat

-          Mit diesem Antrag kann verlegt (auf andere Flächen übertragen) oder an derselben Stelle gepflanzt werden

-          Die Bescheide gelten ab Bescheid-Datum 3 Jahre, außer in dem Fall, dass die ursprüngliche Gültigkeit von 13 Jahren überschritten wäre (dann nur 13 Jahre)

Beispiel: 2012 gerodet, Bescheid gültig bis 31.07.2025 (Ende Weinwirtschaftsjahr)

Sonderregelung zum Ende: Bei Verbescheidung Januar bis März 2023 gelten nicht die 3 Jahre ab Bescheid-Datum, sondern der 31.12.2025 als Ende der Gültigkeit

 

Sprechen Sie hierzu mit dem zuständigen Sachbearbeiter Herr Zipf, RP Freiburg, Tel: 0761-2081292.

 

Handarbeitsweinbau und FAKT C2 Steillagen

Förderung Handarbeitsweinbau 
der Verpflichtungszeitraum von 5 Jahren im Förderverfahren HWB läuft am 31.12.2022 für die ersten Antragstellungen des Jahres 2017 aus. Die damals beantragten Flurstücke laufen nicht automatisch weiter, sondern müssen neu beantragt werden – allerdings über FIONA. Die Programmierung hierfür ist noch nicht abgeschlossen, weitere Details gibt es zu einem späteren Zeitpunkt. 
Für neue Flächen bleibt die Pflicht zur Stellung eines Antrags auf Teilnahme bestehen.
FAKT C 2 Steillagen
Ab 2023 wird es über FAKT keine Förderung mehr geben für „C2 Erhaltung von Weinbausteillagen“
Auch die Verpflichtungen aus dieser Maßnahme laufen aus
Bisher geförderte Antragsteller der FAKT-Maßnahme C2 sollten rechtzeitig prüfen, ob ihre Flächen geeignet sind für die „Förderung Handarbeitsweinbau (HWB)“. Bei Eignung wäre für diese Flächen entspr. ein Vorantrag HWB zu stellen.
Die Einreichfrist wird im Laufe des Novembers bekanntgegeben.
 

Sachkundegrundlehrgang

Die Weinbauberatung (3 Weinbauberater) am Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald plant wieder einen gemeinsamen Sachkundegrundlehrgang. Er wird an 6 Schulungsabenden online stattfinden. Die Abschlussprüfung wird an einem Freitag im Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg stattfinden. Anbei als Anlage die Ausschreibung.

 

Fortbildung Sachkunde Pflanzenschutz

Auch die Fortbildungen zur Sachkunde Pflanzenschutz werden wir wieder, wie in den letzten zwei Jahren, online anbieten. Wir planen 6 Fortbildungsabende a´2 Stunden im Februar bis Anfang März 2023. Wir werden die Fortbildungen zeitnah ausschreiben.

 

Stoffstrombilanz

Ab 2023 sind Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen zur Erstellung einer Stoffstrombilanz verpflichtet. Siehe Schaubild als Anlage! Die Verpflichtung eine Stoffstrombilanz zu erstellen trifft nur für Betriebe zu, die mehr als 750 Kg Gesamt-N als Wirtschaftsdünger aufnehmen bzw. eine Biogasanlage unterhalten.

 

Pheromondispenser einsammeln

Bitte sammeln Sie die ausgedienten Pheromondispenser in ihren Rebanlagen ein. Die fachgerechte Entsorgung sollte über die Pamira- Sammelstellen laufen. Entsprechende Termine können Sie unter www.Pamira.de einsehen.

 

Abschaltung Telefonischer Auskunftgeber für Pflanzenbau und Pflanzenschutz

Bedauerlicherweise hat die Telekom dem LTZ (Landestechnologiezentrum) mitgeteilt, dass die Dienste für den telefonischen Anrufbeantworter zum Ende des Jahres eingestellt werden.

Als alternative Kommunikationsmittel zum Empfang der Weinbauinfos und weitere Informationen der Weinbauberatung können wir Sie in unseren Email- bzw. Faxverteiler aufnehmen. Falls Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte.

 

Diese Information wird nicht auf den Anrufbeantworter gesprochen.

 

Tobias Burtsche 

Weinbauberatung Kaiserstuhl im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

 

 

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