Weinbauinfo Tuniberg Nr. 20

Allgemeiner Entwicklungsstand

Mitte Oktober ist die Lese im Bodenseeraum zu Ende gegangen und damit eine Vegetationsperiode mit überraschendem Ende abgeschlossen. Die wunderschöne Herbstverfärbung der Weinberge in der zweiten Oktoberhälfte weicht nach dem Laubfall dem vertrauten Winterbild. Eine gute Holzreife lässt einen problemlosen Rebschnitt erwarten, abgesehen von den Standorten, die auf Grund von Trockenheit mit Kümmerwuchs zu kämpfen hatten. Mit dieser sehr guten Ernte bei Menge und Qualität hat niemand kalkuliert. Wohl waren die Daten von Schätzungen und Beerengewichtsmessungen schon früh ein Indiz, aber die Trockenheit und ihre möglichen Auswirkungen überlagerten alles. Wie im Juni genau richtig zur Zellteilungsphase kamen Ende August gerade noch rechtzeitig nachhaltige Niederschläge, die in Verbindung mit nun mineralisierenden warmen Böden und grünen, aktiven Laubwänden das Traubenwachstum anschoben. Die Zweiteilung des Beratungsgebietes hielt auch im Herbst an. Die insgesamt höheren Niederschläge im Bodenseeraum führten zu den schon aus 2017 und 2019 bekannten Folgen und hatten eine aufwändige und längere Lese zur Folge. Dagegen lief die Lese im Oberrheingebiet mit sehr gutem Gesundheitszustand ab. Überall wurde die Lese früh begonnen, Lesen für Sektgrundweine schon Ende August, ab der ersten Septemberwoche war die Hauptlese in vollem Gange und im westlichen Beratungsgebiet Anfang Oktober abgeschlossen. Durch die fehlenden Verzögerungen durch Trockenheit erntete der Bodenseeraum mit dem Oberrheingebiet und auch die Mostgewichte sind vergleichbar. Wir können ohne Übertreibung sagen, dass der Weinbau zu den Gewinnern bei der Produktion im Vergleich zu anderen Kulturen gehört. Zur Zeit erleben wir einen ungewöhnlich warmen Spätherbst. Der Oktober ist nach dem Deutschen Wetterdienst der wärmste seit dem Beginn der Aufzeichnungen. Die Böden sind trotz der im Oktober gefallenen Niederschläge zu trocken. Es bleibt die Hoffnung auf einen feuchteren Winter wie letztes Jahr. 

 

Zu den tierischen Schädlingen

Auch bei den tierischen Schädlingen gibt es eine Zweiteilung des Beratungsgebietes. In den Kirschen gab es kräftige Probleme, aber die nachfolgende Trockenheit sorgte dafür, dass zu Lesebeginn kaum eine Population vorhanden war und sich trotz der sich einstellenden feuchteren Bedingungen keine spürbare Population aufbaute. Somit war im westlichen Beratungsgebiet die Saison so ruhig wie nie seit 2014. Die generell feuchteren Rahmenbedingungen im Bodenseeraum sorgten für Behandlungsnotwendigkeit bei den bekannten empfindlichen Sorten und in etlichen Gewannen auch im Burgunderbereich. Die Fruchtfliegen sind somit nicht der Ausgangspunkt sich einstellender Essigfäule, sondern die klassischen Faktoren Abdrücken und warm – feuchte Wetterbedingungen. Basis bei der Bekämpfung ist die Verwendung des kostengünstigen und einfach umzusetzenden   Kombinationsverfahrens. Die Forderung, dass 14 Tage Wartezeit, egal für welches Mittel oder Verfahren, zu lang sind und auf 7 Tage zurückgeführt werden sollte, bleibt solange bestehen, bis sich hoffentlich etwas ändert. 

 

Sonstige Hinweise

Beim Infodient gibt es ab 2023 eine leider nicht gewollte Änderung. Von der LTZ wurde mitgeteilt, dass der telefonische Auskunftgeber auf Grund der Kündigung der Telekom abgeschaltet wird. Somit stehen für den Infodienst zukünftig nur noch Mail oder Fax zur Verfügung. Betroffene Winzer, die bisher den telefonischen Auskunftgeber genutzt haben, bitten wir, uns eine Mail – Adresse oder Fax – Verbindung mitzuteilen. 

 

 

Förderungen

Handarbeitsweinbau

In der Förderkulisse für Handarbeitslagen im Steillagenweinbau ist zu beachten, dass für Neuflächen wie gewohnt ein Vorantrag bis zum Jahresende gestellt werden muss. Der aktuelle Antrag liegt noch nicht vor. Der 31.12.2022 ist ein Ausschlusstermin. Im Beratungsgebiet sind viele der möglichen Flächen schon beantragt. Beachten Sie den Termin aber, sofern noch Flächenergänzungen anstehen. Mit dem Jahr 2022 läuft der Verpflichtungszeitraum der ersten beantragten Flächen aus. Die Beibehaltung der Förderung läuft über den Gemeinsamen Antrag in FIONA und muss in diesem neu beantragt werden. Ein Vorantrag ist hier nicht erforderlich.

Mit Ende des Jahres 2022 enden alle FAKT C 2 – Verpflichtungen zur Steillagenförderung. Ein Nachfolgeprogramm wird in FAKT nicht mehr angeboten. Eine Förderung ist daher zukünftig nur noch im Rahmen des Handarbeitsweinbaues möglich.

Gemeinsamer Antrag ab 2023

Mit der neuen Förderperiode kehrt ein alter Bekannter aus der Förderung zurück. Der Herbizidverzicht ist in FAKT unter dem Förderpunkt E 11 wieder möglich, die Förderung beträgt € 300 / ha. Der Förderumfang in der Fläche ist auf dem Betrieb frei wählbar. Der Verpflichtungszeitraum läuft wie gewohnt fünf Jahre. Die Antragstellung erfolgt im Rahmen des Gemeinsamen Antrages in FIONA. 

Pflanzrechtsregime

Mit dem 31.12.2022 endet die Möglichkeit zur Umwandlung von Rebflächen, die vor dem 01.01.2016 gerodet wurden. Um solche Flächen in das neue Rechtssystem zu überführen, muss bis zum 31.12.2022 ein Antrag gestellt werden. Als Antragsteller kann nur derjenige auftreten, der die Rodung in der Weinbaukartei gemeldet hat. Mit diesem Antrag kann das Pflanzrecht verlegt (auf andere Flächen übertragen) oder an derselben Stelle gepflanzt werden. Die Bescheide gelten ab Bescheid-Datum 3 Jahre, ausser in dem Fall, dass die ursprüngliche Gültigkeit von 13 Jahren überschritten wäre (dann nur 13 Jahre). 

Beispiel: 2012 gerodet, Bescheid gültig bis 31.07.2025 (Ende Weinwirtschaftsjahr).  

Sonderregelung zum Ende: Bei Verbescheidung Januar bis März 2023 gelten nicht die 3 Jahre ab Bescheid-Datum, sondern der 31.12.2025 als Ende der Gültigkeit. Auskünfte erteilt der zuständige Sachbearbeiter Herr Zipf, RP Freiburg, Tel: 0761-2081292.

 

Bodenprobenaktionen

Diesen Winter stehen die Gemeinden Opfingen, Nieder – und Oberrimsingen und Glottertal für die gemeinschaftlichen Bodenprobenaktionen auf dem Plan. Der Termin wird über das Gemeindeblatt bekannt gegeben. Mit den Gemeinschaftsaktionen werden die steigenden Anforderungen aus dem FAKT und der Düngeverordnung mit erfüllt. Nutzen Sie dieses Serviceangebot intensiv, denn die gewonnenen Informationen helfen auch uns in der politischen Aussendarstellung des Weinbaues.

 

Wichtige Hinweise zur Sachkunde im Pflanzenschutz

 

Für die Pflanzenschutz-Sachkundigen ist auf der Rückseite des Sachkundeausweises vermerkt, ab welchem Datum alle drei Jahre fortlaufend die vier Stunden Sachkundefortbildung erbracht werden müssen. Die erforderlichen Stunden werden im Rahmen der Winterversammlungen im Zeitraum Ende Februar bis Mitte März als zweistündige digitale Fortbildungsveranstaltungen angeboten. Die Termine werden zeitnah bekannt gegeben. Bedingt durch die Covid 19 „Corona“ – Lage werden die Veranstaltungen wieder digital erfolgen. Eine weitere Möglichkeit der Fortbildung ist das Angebot der Landakademie. Unter der Adresse www.landakademie.de kann ein Fortbildungskurs im modularen Aufbau absolviert werden. Die Kursgebühr beträgt € 59,90. 

 

Pflanzenschutz - Sachkundelehrgang für Winzer - Neusachkundige

 

Das Pflanzenschutzgesetz schreibt vor, dass alle Personen, welche Pflanzenschutzmittel ausbringen, sachkundig sein müssen. Landwirte, Winzer, Gärtner, usw. mit Ausbildung sind sachkundig im Sinne dieses Gesetzes.

Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald führt einen Pflanzenschutz - Sachkundelehrgang für die Winzer durch, der für alle Bereiche, also Markgräflerland, Tuniberg, Bodensee, Kaiserstuhl und Glottertal zentral abgehaltern wird.  Der Lehrgang umfasst fünf Abende und beginnt Mitte Januar 2023. Zusätzlich ist ein sechster Abend für die Sachkunde in der Böschungspflege zur Reblausbekämpfung und zum Flämmen auf Böschungen mitintegriert.

Der Sachkundekurs für Neusachkundige 2023 findet ab dem 17.01.2023 digital statt, Beginn 19:30 Uhr. Die Folgetermine sind: 24.01, 31.01., 07.02., 14.02. und 28.02.. Der Lehrgangsabend am 07.02. beinhaltet den Lehrgang zum Böschungspflegemanagement / Reblausbekämpfung. Den Abschluss bildet ein eintägiger Prüfungstag. Als Prüfungstage sind Freitag, der 03.03.2023 oder bei einer hohen Anzahl von Anmeldungen zusätzlich der 10.03.2023 vorgesehen. Die Prüfung findet als Präsenzveranstaltung im Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg statt. 

Die Gebühren betragen: € 40 für den Kurs, € 40 für die Prüfung. 

An dem oben genannten Sachkundelehrgang interessierte Winzerinnen und Winzer sollten sich schriftlich, am besten unter Verwendung des Anmeldeformulars auf der Infoseite des Landwirtschafsamtes unter www.lkbh.de/landwirtschaft , mit Angabe von Namen, Adresse und Geburtsdatum bis spätestens 15.12.2022 beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Fachbereich Landwirtschaft, Europaplatz 3, 79206 Breisach, per Fax-Nr. 0761/2187775899 oder per E-Mail:  

hansjoerg.stuecklin@lkbh.de, egon.zuberer@lkbh.de oder tobias.burtsche@lkbh.de anmelden. 

Weitere Auskünfte erteilen die Weinbauberater Hansjörg Stücklin (0761-2187 5827), Egon Zuberer (0761-2187 5828) und Tobias Burtsche (0761-2187 5858).
 

Die Sachkunde – Fortbildungsveranstaltungen werden vergleichbar dem letzten Winter im Zeitraum Februar – März wieder digital angeboten. Die Termine werden zeitnah ausgeschrieben.

 

Dies ist bis auf Sondermitteilungen das letzte Info in diesem Jahr. Wir wünschen allen einen guten Winterverlauf. Der Infodienst beginnt wieder, sofern nicht anderst erforderlich, im März 2023.

 

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