Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2022 (KW 29)

Möhrenfliege

Der Flug der zweiten Generation der Möhrenfliege ist beendet. Maßnahmen sind derzeit keine erforderlich.

Blattläuse

Im Freiland und Gewächshaus entstehen immer wieder kleine Herde von Gurkenblattlaus. Bevor sie weiter anwachsen können, wird ihre Entwicklung aber in aller Regel durch verschiedene Nützlinge beendet. Auch sonst ist das Thema Blattläuse jetzt im Wortsinn „gegessen“.

Wanzen

Vergangene Woche wurden an dieser Stelle Schäden durch Wanzen beschrieben, aber wenig zur Bekämpfung der Schädlinge geschrieben. Von den bei uns zugelassenen Insektizide haben Pyrethroide und Mospilan SG die beste Wirksamkeit gegen Wanzen. Der Einsatz von Pyrethroiden wird derzeit stark eingeschränkt durch die hohen Temperaturen. Brauchbare Wirkungsgrade gibt es nur unterhalb von 23 °C. Mospilan SG wirkt auch bei Temperaturen um 30 °C. Wegen erhöhter Abdriftgefahr sollte aber auch dieses Mittel – wie alle Pflanzenschutzmittel – nicht bei über 25 °C gespritzt werden. Eine systemische Verteilung des Wirkstoffs Acetamiprid in den Pflanzen funktioniert nur dann, wenn der Saftstrom nicht durch Trockenheit oder Hitzestress zum Erliegen gekommen ist. Die behandelten Bestände sollten also gut mit Wasser versorgt sein. Bei Wanzen dürfte allerdings ohnehin die Kontaktwirkung im Vordergrund stehen. Eine gute Benetzung der Bestände ist deshalb wichtig.

Die genannten Mittel schädigen massiv und langanhaltend Nützlinge. Mospilan SG hat zwar eine etwas weniger breite (Neben-)Wirkung als Pyrethroide, aber Florfliegen und Raubwanzen, zwei wichtige Gegenspieler von Thrips und Spinnmilben im Freiland, werden von beiden zuverlässig vernichtet. Eine Wanzenbekämpfung mit Insektiziden muss also gut abgewogen werden. In den Nützlingseinsatz im Gewächshaus integrierbar ist auch Mospilan SG nicht. An Gewächshausgurken kann ein Kompromiss sein, frühmorgens nur die oberen 40-60 cm der Pflanzen mit Mospilan SG zu behandeln, weil sich speziell Wiesen- bzw. Weichwanzen dort bevorzugt aufhalten. In den etwas kühleren, sehr frühen Morgenstunden sind die Tiere auch noch nicht so agil, dass sie schon bei leichten Störungen das Weite suchen.

Melonen und Wassermelonen

Wassermelonen werden inzwischen in vielen Betrieben angebaut. Der Ursprung dieser Pflanze liegt im südlichen Afrika. Kein Wunder, dass sie sich im südbadischen Sommer wie zuhause fühlt und meist problemlos gedeiht. Schwierigkeiten bereitet es aber manchmal, den richtigen Erntezeitpunkt zu erkennen. Weil der Geschmack ist ein wichtiges Verkaufsargument für hochpreisige, einheimische Wassermelonen ist, sollte bei Vollreife geerntet werden. Die ist erreicht, wenn die Fruchtschale zu glänzen beginnt, die Auflagefläche der Frucht kräftig gelb wird, die Melone beim Klopfen hohl klingt und die Ranke, die sich direkt über dem Fruchtstiel am Trieb befinden, beginnt abzusterben. Um den Blick auf diese Merkmale zu kalibrieren, schneidet man am besten ein paar Früchte auf: Bei rotfleischigen Sorten ist das Fruchtfleisch im optimalen Stadium dunkelrot und knackig, bei unreifer Früchte rosa, bei überreifen hat es einen Anflug von orange und wird weich. Wassermelonen reifen nach der Ernte nicht nach, sie altern. Die Lagerung ist bei ca. 8-15 °C (Optimal sind 10 °C, nicht unter 8 °C!) für etwa 2-3 Wochen möglich, bei Raumtemperatur für etwa 1 Woche. In letzterem Fall nimmt bei nicht ganz reif geernteten Früchten die innere Qualität noch etwas zu. Das kann interessant sein, wenn man ausgewachsene Früchte von recht trocken gehaltenen Beständen vor einem angekündigten stärkeren Regen retten muss. Das plötzlich vorhandene Wasserangebot im Boden lässt nämlich die Früchte auf dem Feld platzen.

Bei Charentais-Melonen ist es schwieriger, den richtigen Erntezeitpunkt zu erkennen. 
Die Farbe der Fruchtschale ändert sich kaum; wenn sie merklich heller wird, ist die Frucht schon überreif. Ein sichereres Merkmal der Erntereife sind feine Risse um den Stielansatz an der Frucht. Ein typischer Melonenduft muss wahrnehmbar sein. Am besten werden reife Charentais-Melonen sofort verkauft. Bei 8-15 °C kann man sie ein paar Tage aufbewahren. Längere Lagerung ist bei 3 bis 5°C für etwa 2-3 Wochen möglich. Dabei nimmt aber das Aroma ab, und nach dem Auslagern sind Charentais-Melonen nur wenige Tage haltbar. 

 

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