Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2022 (KW 27)

Möhrenfliege  

An den Gelbtafeln ist von der zweiten Generation der Möhrenfliege noch nichts zu sehen. Dabei ist sie bereits überfällig, wenn man den Zeitpunkt des Auftretens der ersten Generation und die Entwicklungsdauer vom Ei bis zur Fliege berücksichtigt. Grund für diese Verzögerung ist wohl die Hitzewelle Mitte Juni. Temperaturen über vermutlich 25 °C induzieren beim Puppenstadium eine Entwicklungspause. Die Fliegen schlüpfen dann später als üblich, zum Teil wohl erst im Spät-sommer/Herbst oder gar erst im nächsten Jahr. Offenbar wurden bei uns entsprechend hohe Temperaturen erreicht, zumindest auf den Feldern, auf denen die Gelbtafeln stehen. Für Flächen, bei denen durch häufige Bewässerung die Bodentemperatur niedriger war, muss das aber nicht gelten. Hier können bereits Möhrenfliegen aktiv sein. Erhöht ist die Gefahr in La-gen, in denen es in diesem Jahr bereits Befall durch die Frühjahrsgeneration der Möhrenfliege gab, erkennbar an Fraßgängen an in den vergangenen Wochen geerntet Frühmöhren. Zumindest dort, wo diese Risikofaktoren (Beregnung + Befall durch erste Generation) vorliegen, sollte bald eine Behandlung mit einem wirksamen Insektizid stattfinden, wie z. B. Minecto One oder Karate Zeon. Alternativ können die Bestände mit Netzen (Kohlfliegennetz mit 1,4 mm Maschenweite) geschützt werden.

Solange die Witterung trocken-warm bleibt, ist auch das Trockenhalten der oberen paar Millimeter des Bodens eine wirksame Maßnahme. Zwischen zwei Wassergaben sollte die Bodenoberfläche gut abtrocknen dürfen und nicht mehr als zwei oder drei Tage am Stück feucht sein. Unterstützt wird das durch Bodenbearbeitung, welche die Kapillaren bricht. Sollte die Möhrenfliege unter solchen Bedingungen tatsächlich Eier ablegen, vertrocknen diese leicht. Bei Beständen, die noch nicht das 3-Blatt-Stadium erreicht haben, sind sowieso keine Maßnahmen nötig. Wegen der starken Besonnung des Bodens legt hier die Möhrenfliege kaum Eier ab.

Kohl

Die Schadschmetterlinge legen weiterhin Eier an Kohl ab. Seit letzter Woche treten vermehrt junge Raupen von Kleinem Kohlweißling auf, stellenweise ist auch noch die Kohlmotte in bekämpfungswürdiger Zahl vorhanden. In Feldern, die konsequent nützlingsschonend behandelt wurden, ist die Kohlmotte, dank ihrer Gegenspieler, inzwischen meist unbedeutend.

Salat

In Salat sind im ganzen Gebiet immer wieder junge Raupen zu finden, wahrscheinlich von Gammaeule. Wöchentliche Kontrollen sollten stattfinden. Der Druck durch Blattläuse an Salat hat weiter abgenommen.

Zulassungen

Die Zulassung von Agil-S (100 g/l Propaquizafop) wurde erweitert auf folgende Anwendungen im Freiland.Gegen einjährige, einkeimblättrige Unkräuter (ausgenommen einjährige Rispe) in Erbse mit 1 x 8 ml/Ar nach dem Auflaufen im Frühsommer und Wartezeit=40 Tage.Gegen Gemeine Quecke mit 1 x 15 ml/Ar bei 15-20 cm Unkrauthöhe von April bis Juli in Erbse, Kopfkohl, Möhre, Wurzelpetersilie, Rote Bete, Speisezwiebel. Folgende Wartezeiten wurden festgelegt: Erbse: 40 Tage, Kopfkohl: 28 Tage, Möhre: 35 Tage, Wurzelpetersilie: 30 Tage, Rote Bete: 60 Tage, Speisezwiebel: 30 Tage. Die Wartezeiten weichen damit zum Teil von denen der bereits bestehenden Zulassungen gegen Einjährige einkeimblättrige Unkräuter ab. 

 

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