Korrigenda
In die letzten Warnmeldung vom 09.10. haben sich Fehler eingeschlichen. Die Behauptung, dass im Gewächshaus in Kohlgemüse Spruzit Schädlingsfrei / Spruzit Neu eingesetzt werden kann, ist falsch. Spruzit Neu ist im Gewächshaus in allen Gemüse-Jungpflanzen zugelassen, ebenso in Frische Kräuter, Salat-Arten und Kohlrabi, aber in allen anderen Kohlgemüse-Arten nicht.
Eine Übersicht über die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Raupen im Gewächshaus in den Winterkulturen finden Sie weiter unten.
Schnecken
Nicht jedes angefressene Blatt geht auf das Konto von Raupen. Manchmal stecken auch Schnecken dahinter. Nicht immer sind dann die typischen Schleimspuren zu sehen. Zur Unterscheidung können deshalb auch die Hinterlassenschaften herangezogen werden: Raupen produzieren kompakte, pelletartige Kotballen, dünne, gewundene Kotschnüre überführen Schnecken als Täter. Die Zulassungsituation ist im zweiten Fall übersichtlicher. Mehrere Molluskizide, z. B. Derrex, Ferrex, Ironmax Pro sind im Gewächshaus in allen Gemüsekulturen zugelassen.

Bilder oben: Entscheidend ist, was am Ende rauskommt. Kotballen von Raupen (links) im Vergleich zum schnurförmigen Schneckenkot
(rechts).
Fliegendes
Der Flug der Lauchminierfliege ist weitgehend beendet. Die leeren Pheromonfallen zeigen, dass auch die Lauchmotten-Saison zuende ist. Maßnahmen sind hier keine mehr erforderlich, ebenso wenig in Kohl. Kohlfliege und Kohlweißlinge dürften kaum noch Eier ablegen, Netzauflage ist keine mehr nötig. Wo in den letzten zwei Wochen keine Behandlungen gegen Raupen stattgefunden haben, kann aber noch bekämpfungswürdiger Befall vorliegen, auch unter Netz. Bacillus-thurinigiensis-Mittel wirken bei den aktuell niedrigen Temperaturen nicht mehr gut.
Pilze
Tiefe Temperaturen bremsen die Entwicklung vieler Pilzkrankheiten, schalten sie aber selten ganz aus. Der Falsche Mehltau an Spinat (Peronospora farinosa f. sp. spinacie) hat sein Optimum bei 9-15 °C, an Salat infiziert Falscher Mehltau (Bremia lactucae) noch bei etwa 10 °C, an Kohl (Peronospora parasitica) bei über 15 °C, ähnlich an der Zwiebel (Peronospora destructor). Über Winter bleiben Infektionen oft lange unentdeckt, weil Symptome sich erst bei höheren Temperaturen entwickeln. Ein sichtbarer Befall im März kann also die Folge einer Infektion im Dezember sein.
Anfällige Kulturen sollten deshalb auch jetzt noch gegen Falschen Mehltau behandelt werden, soweit noch nicht geschehen. Zur Behandlung einen Tag mit günstigen Temperaturen abwarten, denn (Teil-)systemische Wirkstoffe (z. B. Kaliumphosphonat, Propamocarb, Oxathiapiprolin, Azoxystrobin, Fluazinam, Metalaxyl-M, Fosetyl, Mandipropamid) werden bei 15 °C besser aufgenommen als bei 5 °C.
Physiologisches
Trockenheit und Hitze haben Aussaaten verzögert und Wachstum gebremst. Viele Kulturen können und müssen die milden Temperaturen jetzt noch nutzen, um Ertrag zu bilden, zum Beispiel Lauch, Knollensellerie, Rosenkohl oder Wirsing. Bei Weiß- und Rotkohl darf man nun aber nicht mehr zuwarten. Auch wenn die Köpfe noch klein sind, sind sie doch meist schon prall gefüllt. Mit jedem weiteren Tag auf dem Feld nimmt das Risiko zu, dass sie aufplatzen.
Bilder oben: Auch wenn die Größe vieler Kohlköpfe aufgrund von Wassermangel weit unterhalb der sortentypischen
Möglichkeiten liegt, müssen sie geerntet werden, wenn die Kopffüllung erreicht ist - ansonsten drohen Platzer.
Zulassungen


