Lauchminierfliege
Die Aktivität der Lauchminierfliegen hat ihren Höhepunkt erreicht. Insgesamt ist sie viel weniger zahlreich als in den vorhergehenden Jahren. Bei relativ isoliert stehenden Zwiebeln, Knoblauch und Lauch kann auf Maßnahmen gegen die Lauchminierfliege verzichtet werden.
Raupen
Allerdings ist nun die Lauchmotte nach einer langen Pause wieder zu finden. Die Bestände sollten kontrolliert und, bei Überschreiten der Schadschwelle von 4 % befallener Pflanzen, behandelt werden. Solange kein Frost auftritt, der die Lauchmottenraupen tötet, können diese bis weit in den Herbst hinein fressen. Die gegen Lauchmotte eingesetzten Insektizide wirken auch gegen Lauchminierfliege, mit Ausnahme der Bacillus-thuringiensis-Mittel.
Im Salat finden sich weiterhin Raupen von Gamma- und Baumwollkapseleule. Zwar dürfte wegen der gesunkenen Temperaturen die Eiablage stark zurückgehen, es sind aber noch viele Raupen in allen Stadien in den Beständen vorhanden.
Kohlbestände müssen regelmäßig kontrolliert werden. Winterblumenkohl oder Grünkohl, an denen nur Blätter beschädigt werden, tolerieren einige Raupen. In Blumenkohl, Brokkoli, Chinakohl oder Kopfkohl, die kurz vor der Ernte stehen, können dagegen schon wenige Raupen schwere Schäden machen.
Raupen von Kleinem Kohlweißling findet man jetzt auch in Gewächshäusern an verschiedenen Kreuzblütlern. Im Gewächshaus kann in Kohlgemüse und damit in Chinakohl, Pak Choi, Komatsuna, Mitsuna etc. nur Spruzit Schädlingsfrei, in Jungpflanzen auch Raptol HP, eingesetzt werden. In Rucola, die zu den Salatarten zählt, sind in dieser Indikation Dipel ES, Benevia, Minecto One, Karate Zeon und Spruzit Schädingsfrei, in Jungpflanzen auch NeemAzal-T/S, zugelassen.
Dunkle, pelletartige Kotballen und Löcher in Spinat oder Mangold stammen von verschiedenen Eulenraupen, die sich tagsüber im Boden verstecken. Auch hier ist im Gewächshausnur Spruzit Schädlingsfrei zur Bekämpfung zugelassen, in Jungpflanzen auch Raptol HP. Die Behandlung muss abends erfolgen und ist bei großen Raupen wenig erfolgversprechend. Dipel ES hat keine Wirkung gegen Eulenraupen. Für den Einsatz insektenpathogener Nematoden (Steinernema carpocapae) ist der Boden jetzt noch warm genug.
Bild oben: Die Indizien weisen eindeutig auf Raupen hin, die Verursacher findet man tagsüber mit Glück in Blattachseln oder
im Boden unter der Pflanze.
Blattläuse
Die vergangene Woche bot gute Flugbedingungen für Blattläuse. In Salat im Freiland findet man außer der Großen Salatblattlaus (Nasonovia ribisnigri) nun auch Lattichblattlaus (Acyrtosiphum lactucae) und ab und zu Kartoffelläuse.
Auch Gierschläuse waren unterwegs. Petersilie im Freiland und Gewächshaus sollte jetzt behandelt werden, um zu verhindern, dass die Blattläuse große Populationen aufbauen und Viren im Bestand verbreiten.
In Schnittlauch, Schnittknoblauch oder auch Bundzwiebeln im Freiland und Gewächshaus tritt örtlich die Zwiebellaus (Neotoxoptera formosana) auf. Die mittelgroße, dunkelbraun glänzende Laus kann leicht übersehen werden, weil sie sich gerne am Grund der Röhren aufhält. Sie kann sich im Herbst rasant vermehren und die Pflanzen dann stark schwächen.
Auch die Mehlige Kohlblattlaus ist noch präsent, in Chinakohl muss außerdem auf die Pfirsichlaus geachtet werden.

Bild oben: Zwiebelblattläuse (Neotoxoptera formosana) an Schnittlauch. Rechts oben ein geflügeltes Tier mit typischer
Flügelzeichnung.
Kohlfliege und Rapserdfloh
Wenn die Temperaturen zur Wochenmitte wieder steigen, kann der Flug der Kohlfliege zum Saisonende doch noch zunehmen. Eiablage findet ab etwa 15 °C statt. Örtlich kommen auch Rapserdfloh in größerer Zahl vor, dessen Larven sich, ähnlich wie die der Kohlfliege, in Blattrippen und Strunk fressen. Sekundär wird das geschädigte Gewebe von Fäulniserreger zersetzt. Deshalb können in empfindlichen Kulturen wie z. B. Chinakohl noch Maßnahmen sinnvoll sein. Bei der Bekämpfung der Kohlfliege mit Minecto One ist eine Nebenwirkung auf Rapserdfloh und auch Blattläuse zu erwarten.

Bild oben: Fraßgänge der Larven von Rapserdfloh (Psylloides chrysocephala) in den Blattrippen von Chinakohl, teilweise mit
beginnender Fäule.
Pilze
Taunässe und genügend hohe Temperaturen lassen die Gefahr durch Pilzkrankheiten steigen. Die milden, trockenen Tage der kommenden Woche sollten für Fungizidspritzungen genutzt werden, z. B. in Winterzwiebeln, Spinat, Kohlrabi, Brokkoli, Petersilie, Feldsalat gegen Falschen Mehltau, in Lauch gegen Purpurflecken, Rost und Papierflecken, in Mangold gegen Cercospora, in Chinakohl, PakChoi gegen Phoma- und Alternaria-Blattflecken.
In Jungpflanzen von u. a. Salatarten und Frische Kräuter ist gegen Falschen Mehltau seit diesem Jahr Fonganil Gold zum Angießen im Gewächshaus auf versiegelten Flächen regulär zugelassen.
Im Gewächshaus sollten Salate bald nach der Pflanzung einen Schutz vor Botrytis erhalten. Die Behandlung sollte so früh erfolgen, dass die Pflanzen bis zum Abend abgetrocknet sind, sonst sind Blattschäden möglich. Bei Temperaturen unter 10 °C sollte Switch nicht angewendet werden, in der folgenden Nacht dürfen 6 °C nicht unterschritten werden.
