Lauchminierfliege
Einzelne Lauchminierfliegen wurden in Schnittlauch gefunden. Wo die Kulturen mit Netzen geschützt werden sollen, sollten diese jetzt aufgelegt werden. Mit dem Einsatz von Insektiziden kann noch gewartet werden, bis das Gros der Fliegen aus der Sommerruhe erwacht. Das kann noch eine Woche oder länger dauern. Bei der Terminierung muss aber die Wettervorhersage im Auge behalten werden: Mit dem Spritzen von systemischen Mitteln wie NeemAzal-T/S darf nicht so lange gewartet werden, bis es zu kalt ist.
Baumwollkapseleule
An Tomate, Zuckermais, Paprika, Bohne, Erbse auf Fraßschäden an Blättern und Einbohrlöcher in Stängeln und Früchten achten und behandeln! Örtlich wurden in dieser Woche Schäden an Tomatenfrüchten entdeckt. Wirksame Mittel sind z. B. XenTari, SpinTor, Mimic, Benevia, Minecto One, Mospilan SG oder Pyrethroide. Bei ruhigem Spätsommerwetter findet weiterhin Eiablage statt. Auch an Blättern von u. a. Salat und Kohlarten können die Raupen fressen.
Möhrenfliege
Fänge auf den Leimtafeln zeigen, dass die Möhrenfliege jetzt mit dem Herbstflug beginnt. Wegen einer deutlichen Sommerpause ist ein Vermehrungszyklus fast vollständig ausgefallen und die Zahl der Möhrenfliegen voraussichtlich gering. Trotzdem kann es örtlich zu Schäden kommen. Gefährdet sind windgeschützte Lagen mit Vorjahresbefall, in denen es das Jahr über Doldenblütler und häufige Beregnung gab. An diesen Standorten fliegt jetzt die dritte Fliegengeneration, zusätzlich schlüpfen auch dort die verzögert entwickelten Angehörigen der zweiten Generation. Letztere erscheinen sehr verzettelt, so dass sich die Eiablage bis in den November hinziehen kann. Trotzdem sollte die begrenzte Zahl zugelassener Anwendungen ausreichen. Die Wirkung von Cyantraniliprole hält etwa 2 bis 3 Wochen an, die von Pyrethroiden ca. 1 bis 2 Wochen. Beide wirken gegen die Fliegen und verhindern somit Eiablage. Da von der Eiablage bis zum sichtbaren Schaden 3 Wochen vergehen, ist bei Einsatz von Minecto One die letzte Behandlung 5 bis 6 Wochen vor der Ernte nötig, bei Karate etwa 4 bis 5 Wochen vor der Ernte.
Wenn Netze zum Schutz vor Möhrenfliege vorgesehen sind, sollten diese in Befallslagen umgehend aufgelegt und können 3 Wochen vor Ernte abgenommen werden. Wo es die oben genannten Risikofaktoren nicht gibt, sollte der Laubgesundheit zuliebe auf eine Abdeckung verzichtete werden.
Spinnmilben
Selbst den Spinnmilben scheint der Sommer lange Zeit zu warm gewesen zu sein. Seit Mitte August versuchen sie das aber wettzumachen. Sie sind praktisch überall in Gurke, Tomate und Aubergine im Gewächshaus präsent. Auch bei nahendem Räumtermin kann die Bekämpfung noch sinnvoll sein, um den Befallsdruck für das kommende Jahr zu reduzieren. In den Gewächshauskulturen entwickeln sich nun die dunkelroten Winterweibchen, welche an Konstruktion oder Vegetation überwintern und im nächsten Jahr einen neuen Befall begründen. Neben der Bekämpfung in der Kultur lässt sich deren Zahl auch durch gründliches Abräumen von Pflanzenresten und Innenreinigung der Gewächshaushülle verringern. Wasserschlauch oder Hochdruckreiniger bewirken viel, Menno Florades wirkt außerdem gegen verschiedene Krankheitserreger.
Auch in den Freilandkulturen sieht man nun häufig Spinnmilbenbefall, meist aber nur kleinräumig. Eine Bekämpfung dürfte nur in Einzelfällen nötig sein. Die Zulassungsituation im Freiland ist ohnehin bescheiden. Echte Akarizide sind im Freiland nur in Gurkengewächsen zugelassen, Ansonsten kann man die Spinnmilben je nach Kultur mit Eradicoat Max, Kantaro, Prev-Gold, Neudosan Neu oder Micula bremsen – oder auf herbstliche Witterung hoffen.
Bilder oben: braune, absterbende Blätter an krauser Petersilie (links) kommen in diesem Fall nicht vom
Falschem Mehltau, sondern von Spinnmilbenbefall (rechts). Unter der Lupe erkennt man die Milben, im Sonnenlicht vor dunklem Hintergrund das
feine Gespinst mit Erdkrümeln darin.
Blattläuse
Auch an die Blattlausbekämpfung sollte beim Kulturwechsel gedacht werden. Ziel ist, den Befall an den Winterkulturen zu verringern sowie die Gefahr, dass sich Blattläuse mitsamt den von ihnen beherbergten Viren in die kommende Sommersaison retten.
Das kann durch eine abschließende Behandlung der Sommerkulturen mit geeigneten Insektiziden geschehen. Sivanto Prime kann in der Folgekultur Rückstände erzeugen. Pyrethroide wie Karate erfassen außer Blattläusen auch zuverlässig Wanzen. Das ist bei der grünen Reiswanze wichtig, bei der früher Befall von im Haus überwinterten Tieren ausgeht. Im Bio-Anbau, wo Insektizide mit hohem Wirkungsgrad fehlen, werden nach dem Räumen der Boden und die Unkräuter samt den dorthin geflüchteten Läusen abgeflammt. Das führt natürlich nur zum Erfolg, wenn das ganze Haus geräumt wird. Bei beetweisem Kulturwechsel wandern die Blattläuse direkt von den noch stehenden Sommerkulturen in die daneben gepflanzten Winterkulturen ein.
Echter Mehltau
Warme Tage und kühle Nächten mit damit einhergehender hoher Luftfeuchtigkeit haben den Echten Mehltau stark gefördert. Bei Gurke und Tomate entscheidet der Räumtermin, ob noch Maßnahmen nötig sind, bei Möhren im Freiland sollte das Laub möglichst gesund gehalten werden, damit der Wachstumsrückstand infolge Hitze und Trockenheit aufgeholt werden kann.
Bei Behandlungen gegen Botrytis und andere pilzliche Fäulen mit Switch ist eine Wirkung gegen Echten Mehltau zu erwarten.
Bild links: Mit Kotkrümeln verfülltes Fraßloch einer Raupe der
Baumwollkapseleule in einer Freilandtomate.
Bild rechts: Lückenloser Belag von Echtem Mehltau an Gurke kann schick aussehen, mindert aber stark die Leistung der
Pflanzen
Pilzkrankheiten
Die Taunässe reicht vielen Pilzkrankheiten schon für Infektionen, auch ohne Regen. Lagerkohl, Lauch, Petersilie, Mangold sollten Behandlungen gegen Blattfleckenerreger erhalten. Zwiebeln, Spinat, Salat und Petersilie sollten gegen Falschen Mehltau behandelt werden, solange es Befahrbarkeit und Temperatur zulassen. Systemische Mittel werden unter 12 °C nicht gut aufgenommen. Die Gefahr von Resistenzbildung verringern Wirkstoffkombinationen wie z. B. in:
o Orondis VIP (Metalaxyl + Oxathiapiprolin), zugelassen u. a. in Endivien, Feldsalat, Rucola (G), Kohlgemüse außer
Chinakohl (F);
Notfallzulassung bis 28.10. in Bundzwiebel (F), bis 10.12. in Radies, Rettich (F), bis 17.12. in Salate (außer Eissalat),
Stielmangold, Rucola-Arten, Kohlrabi (F))
o Zorvec Entecta (Amisulbron + Oxathiapiprolin), zugelassen u. a. in Salate (F, G)
o Previcur Energy (Propamocarb + Fosetyl), zugelassen u. a. in Blumenkohle (F);
Notfallzulassung bis 22.10. in Bundzwiebel (F), bis 13.01.2027 in Baby-Leaf-Salat, Endivien, Feldsalat, Rucola-Arten (F)
o Enervin Pro (Kaliumphosponat + Ametoctradin), zugelassen u. a. in Salat-Arten, Spinat (F))
o Orondis EVO (Oxathiapiprolin + Azoxystrobin),
Notfallzulassung bis 24.09. in Salate, Endivien, Feldsalat, Rucola (F),
Zulassungen
Die Freilandzulassungen von Karate Zeon mit der alten Zulassung Nr. 024675-00 endet am 30.9.26. Das Mittel kann voraussichtlich bis zum 30.03.2028 aufgebraucht werden.
Danach ist nur noch Karate Zeon mit neuer Zulassung (Nr. 034675-00) erhältlich. In dieser neuen Zulassung wird es aller Voraussicht nach keine Anwendungen im Freiland geben.
Wer Karate Zeon bis 30.03.2028 in den bisherigen Freiland-Indikationen einsetzen möchte, sollte Mittel mit der alten Zulassungsnummer entsprechend bevorraten. Die Abverkaufsfrist endet am 30.03.2027.
Neue Zulassungen:
