Rübenstängelrüssler
Der Rübenstängelrüssler hat vor etwa zwei Wochen mit der Eiablage begonnen. Jetzt sind erste Larven geschlüpft und bohren sich durch Blattstielenund Stängel von Mangold und Rote Bete. Die Käfer können in diesen Kulturen u. a. mit SpinTor oder Minecto One bekämpft werden. Diese Mittel haben möglicherweise auch eine Wirkung auf junge Larven in ihren Minen.
Blattläuse
In Salatbeständen, die nützlingsschonend behandelt wurden, rücken Nützlinge den Blattläusen erkennbar zu Leibe. Die hohen Temperaturen der vergangenen Woche bremsten ebenfalls die Vermehrung der Großen Salatlaus Nasonovia ribisnigri. Lausfreier Salat lässt sich derzeit ohne Insektizideinsatz aber noch nicht schneiden.
Wo Schwebfliegen, Marienkäfer und Co. ungestört arbeiten konnten, ist im Freiland auch die Schwarze Bohnenlaus an Mangold, Spinat, Rote Bete, Fenchel, Möhren etc. weniger geworden. Vor Behandlungen sollte kontrolliert werden, ob diese noch nötig sind. Verbreitet ist die Mehlige Kohlblattlaus an Kohlarten zu finden. Auch sie wird in den meisten Jahren von natürlichen Gegenspielern klein gehalten. Je nach Entwicklunsstadium der Pflanzen kann geringer Befall toleriert werden. Spritzungen sind aber angezeigt, wenn die Herzblätter sich rot verfärben und verdrehen und damit die Ausbildung marktfähiger Köpfe und Blumen gefährdet ist. Teppeki schont Nützlinge und erreicht zusammen mit diesen sehr hohe Wirkungsgrade.

Bild: Ein stärkerer Befall mit Mehliger Kohlblattlaus wurde hier durch Schlupfwespen getilgt – rechtzeitig um eine normale
Kopfbildung zu ermöglichen.
Kohldrehherzgallmücke (KDHGM)
Die Pheromonfalle zeigt, dass bereits Kohldrehherzgallmücken unterwegs sind, allerdings nur ein Bruchteil der Anzahl, die in 2025 aktiv war. Hitze und Trockenheit bremsen die Populationsentwicklung dieses Schädlings nachhaltig. Deshalb sind die Voraussetzungen, dass sie in 2026 ein Problem wird, eher schlecht.
Kohlmotte
Kohlweißlinge haben erst mit der Eiablage angefangen. Bei der Kohlmotte gibt es örtlich schon bekämpfungswürdigen Befall. Bei Kontrollen ist ein Blick ins Pflanzenherz wichtig. Dort können auch wenige der kleinen Räupchen großen Schaden am zukünftigen Erntegut machen. Nützlingsschonung macht auch hier Sinn. Auf manchen Flächen werden die Kohlmottenraupen schon von Schlupfwespen parasitiert. Wenn diese sich etablieren können, halten sie die Kohlmotte bis in den September unter der Schadschwelle. Und wenn keine Insektizide gegen die Motte eingesetzt werden müssen, kann diese auch keine Resistenzen ausbilden.
Bild: Rosenkohl kann aus dem Kohlmottenschaden herauswachsen. Bei Blumenkohl kann Fraß im Herzen den Ertrag kosten.
Kohlerdfloh
Leider stellen Kohlerdflöhe ein schwerwiegendes Hindernis auf dem Weg zur konsequenten Nützlingsschonung im Kohl dar. Einen guten Schutz gegen diese Käfer bieten Minecto One / Benevia / Verimark. Diese wirken außerdem gegen Kohlfliege und Kohlmottenschildlaus, schädigen aber viele Nützlinge. Weniger von diesen Kollateralschäden gibt es beim Angießen der Jungpflanzen vor dem Pflanzen (Verimark in Blumen- und Kopfkohle). Ab der vierten Standwoche brauchen die Kohle meist keinen Schutz mehr gegen Erdflöhe, so dass gegen die dann wichtigeren Raupen das nützlingsschonende XenTari eingesetzt werden kann – wenn es denn nötig ist.
Schilfglasflügelzikade (SGFZ)
Die SGFZ ist in Südbaden bisher kein Problem und wird es in der Saison 2026 aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht werden. Zur Bekämpfung dieses Überträgers bedeutender Pflanzenkrankheiten (Stolbur, SBR) wurden Notfallgenehmigungen für verschiedene Pflanzenschutzmittel erteilt mit der Auflage, dass der Einsatz nur in den Gebieten stattfinden darf, für die ein amtlicher Warndienstaufruf erfolgte. Stand 29.05.2026 sind die bewarnten Gebiete in Baden-Württemberg:
Oberes Gäu, Albvorland in den Kreisen Esslingen und Göppingen, Hohenlohekreis, Main-Tauber-Kreis, wärmere Gebiete in den Kreisen Neckar-Odenwald und Schwäbisch Hall, Rheinebene, Kraichgau, Strohgäu, Heckengäu, Stromberg, Unterland, Raum Backnang/Waiblingen und Filderebene.
Die vom BVL erteilten Notfallzulassungen (siehe unten) dürfen in diesen Gebieten genutzt werden. Wenn andere Gebiete dazukommen,
wird dies in weiteren Warndiensten zur Schilf-Glasflügelzikade bekanntgegeben. Diese findet man unter:
Kartoffeln | ISIP
https://www.isip.de/baden-wuerttemberg/ackerbau/kartoffeln
Die Ergebnisse des aktuellen Monitorings in Baden-Württemberg lassen sich hier verfolgen:
Monitoring Schilf-Glasflügelzikade | ISIP
https://www.isip.de/isip/ackerbau/zuckerrueben/schilf-glasfluegelzikade
Zulassungen
Notfallzulassungen (Art. 53 Abs. 1 der VO (EG) 1107/2009) wurden ausgesprochen:
· Vom 19.05.2026 bis 15.09.2026 für Previcur Energy im Freiland gegen Falsche Mehltaupilze mit 1 x 0,72 l/ha in Blatt- und Stielgemüse, Wurzel- und Knollengemüse, Hülsengemüse zur Nutzung als Baby-Leaf-Salat sowie Salate, Endivien, Feldsalat Rucola. WZ=7 Tage.
· Vom 20.05.2026 bis 16.09.2026 für Proplant im Freiland gegen Falschen Mehltau mit 2 x 1,3 l/ha in Kohlrabi bzw. 3 x 1,3 l/ha in Kopfkohle. WZ=14 Tage.
· Vom 28.05.2026 bis 24.09.2026 für Orondis Evo im Gewächshaus gegen Falschen Mehltau in Gurke mit 2 x 1 l/ha. WZ=3 Tage
· Vom 28.05.2026 bis 24.09.2026 für Coragen im Freiland gegen Freifressende Schmetterlingsraupen in Salat-Arten mit 1 x 0,125 l/ha. WZ=3 Tage
· Vom 29.05.2026 bis 25.09.2026 für Sivanto Prime im Freiland in…
o Erbse, Dicke Bohne, Busch- und Stangenbohne gegen Blattläuse mit 1 x 0,375 l/ha. WZ=7 Tage
o Blumenkohle gegen Blattläuse, Weiße Fliege mit 1 x 0,625 l/ha. WZ=3 Tage
o Kohlrübe, Speiserübe gegen Blattläuse mit 1 x 0,375 l/ha. WZ=21 Tage
o Möhre, Knollensellerie, Wurzelpetersilie, Pastinak, Kohlrübe, Speiserübe gegen Glasflügelzikaden als Bakterienvektor mit 1 x 0,375 l/h nur nach Warndienstaufruf WZ=21 Tage
o Beten gegen Glasflügelzikaden als Bakterienvektor mit 1 x 0,25 l/ha nur nach Warndienstaufruf. WZ=7 Tage.
· Vom 28.05.2026 bis 24.09.2026 für Danjiri im Freiland gegen Glasflügelzikaden als Bakterienvektor zur Anwendung nur nach Warndienstaufruf in..
o Rote Bete, Knollensellerie mit 1 x 0,25 kg/ha. WF=28 Tage
o Möhren, Pastinake, Petersilienwurzel mit 1 x 0,25 kg/ha. WF=14 Tage
o Rhabarber mit 2 x 0,325 kg/ha nach der Ernte. WF=F