Weinbauinfo Tuniberg Nr. 8

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Allgemeiner Entwicklungsstand

Langsam sehnt man sich nach etwas wärmeren Temperaturen. Sollten die Wetterdienste recht behalten, so gibt es davon über Pfingsten reichlich, bis zu 30° C und darüber sind angesagt, ein überaus kräftiger Wechsel in kurzer Zeit. Und auch in den folgenden Tagen bis zum Monatsende Mai soll es warm bleiben, nicht ganz so hoch, aber immer mit Nachttemperaturen im zweistelligen Bereich. Dies wird das Rebenwachstum ordentlich anschieben, der Turbo wird eingelegt. Zur Monatswende Mai / Juni kann in den frühen Lagen mit der Blüte gerechnet werden, was den leichten Rückfall in der Entwicklung durch die kühle Phase wieder ausgleichen würde. In den zurückliegenden Tagen ist das Längenwachstum nur sehr verhalten gewesen, aber wie immer in kühlen Phasen, die Blattentwicklung war dennoch vorhanden. Die Bestände wirken buschig – geschlossen. In den guten Lagen steht die Entwicklung bei BBCH 57, Gescheine entwickelt. Der Bodenseeraum steht in der Entwicklung ca. eine Woche zurück, BBCH 55, ausser der immer etwas früheren Insel Reichenau. Abgesehen von etwas ungleichem Wuchs, teilweise wahrscheinlich eine leichte Frostnachwirkung, seltener aber auch Nachtriebe von Austriebssfrass, stehen die Bestände schön. Der schon angesprochene gelbliche Schimmer durch die besonders kühlen Nächte wird sich rasch verlieren.    

 

Zu den tierischen Schädlingen

Generell sind die Kontrollfallen für den Traubenwicklerflug im gewohnten Rhythmus Montags – Mittwochs – Freitags zu überwachen. Die Lage in den Pheromongebieten ist ruhig und mit Blick in die Zukunft: hoffentlich kann das Beratungsgebiet diese Ruhe noch lange geniessen. Ausser leichterem Pockenmilbenbefall sind anderweitige erwähnenswerte Auffälligkeiten nicht bekannt. Gegen Wildverbiss in Junganlagen hilft der Zusatz von Trico oder aus bekanntem Wissen ein halber Liter Buttermilch pro Rückenspritze.  

 

Zu den Pilzkrankheiten

Nach wie vor entspannt ist die aktuelle Lage im Pflanzenschutz. Das Ausbleiben von anhaltenden Nässephasen. hält den Peronosporadruck auf sehr niedrigem Niveau und die kommenden zehn Tage, sofern die Wetterdienste recht behalten, geben keinen Anlass auf eine Änderung. Die Intensität der Niederschlagsereignisse boten keine Möglichkeit für Bodeninfektionen. Vergleichbares gilt für Oidium, auch wenn die Bedingungen für eine Entwicklung sich verbessern. Aber, erstens gab es Pflanzenschutz und des Weiteren wird durch die rasch absehbare Blüte der Pflanzenschutz dafür wieder enger und intensiver. Hier zeichnet sich die nachfolgende Behandlung um die Monatswende Mai / Juni ab, was 8 – 10 Tage bedeuten würde. Ebenso sieht man an sonst zuverlässigen Zeigerpflanzen in der Natur keinen Befall. Der alleinige Einsatz von Schwefel ist daher problemlos umsetzbar. Die nun anstehende Behandlung liegt vor den Pfingstfeiertagen bis Ende der Woche.  Zum Einsatz kommen: Netzschwefel mit 3,5 kg / ha. Gegen Peronospora ein Kontaktmittel wie Folpan WDG mit 0,8 kg / ha oder Folpan SC mit 1,2 l / ha, Delan WG mit Aufbrauchsfrist mit 0,4 kg / ha, Delan SC nach Laubwandmodell mit 0,36 l / ha. Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,5 l / ha) oder Frutogard (2,0 l / ha) zur Spritzbrühe empfohlen. Durch die sehr entspannte Lage bei der Peronospora sind die reduzierten Aufwandmengen oder auch ein Nichtzusatz ohne weiteres zu vertreten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (2,4 l /ha) eingesetzt werden. Hier ist eine Reduzierung nicht machbar. Für den Bodenseeraum gelten nochmals die Aufwandmengen des letzten Infos.

Bitte beachten Sie die Hinweise und Anwendungsvorschriften in den Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Nutzen Sie möglichst Abdrift mindernde Applikationstechnik und achten Sie auf eine zielgenaue Einstellung der Geräte.

 

Weinbauliche Hinweise 

Der erste Heftdurchgang kann noch nicht überall durchgeführt werden, dies liegt an den kühlen Nachttemperaturen und entsprechend wenig Wachstum. Dies wird sich in ein paar Tagen sicherlich ändern. Hochstehende Begrünungen sollten gewalzt, bzw. alternierend gemulcht werden, hochgewachsene Einsaaten generell gewalzt. Teilweise stehen Begrünungen bis in den 1. Draht, was auch die Qualität des Pflanzenschutzes (Abtrocknung / Anlagerung) stark verringert. Durch die fehlenden Sonnenstunden und niedrigen Temperaturen zeigen viele Anlagen Anzeichen den angesprochenen gelblichen Schimmer. Bei Parzellen, welche dies besonders stark aufweisen, ist die Zugabe eines Blattdüngers wie Harnstoff (0,5 kg / 100 l Spritzbrühe) oder Aminosol (2 l / ha) zu überlegen. Junganlagen sollten ab dem 3-Blatt-Stadium ebenfalls mitbehandelt werden. Achtung beim Einsatz von Phosphonaten: Junganlagen reagieren sehr empfindlich. Es wird empfohlen, die angegebenen Aufwandmengen zu halbieren. Beachten Sie die Hinweise zum Einsatz der Bioregulatoren in kompakten Sorten und Klonen. Es könnte bei den hohen angesagten Temperaturen schneller gehen als wir einschätzen. Im westlichen Beratungsgebiet gibt es noch nicht vollständig gerodete Flächen, auf welchen nur die Stöcke stehen. Entfernen Sie auf diesen Flächen die Grüntriebe zeitnah und in kurzen Intervallen. Da auf diesen Beständen in der Regel kein Pflanzenschutz vorgesehen oder zulässig ist, entsteht durch die auflaufende Blattmasse ein erhebliches Infektionspotenzial mit Auswirkungen auf benachbarte Anlagen.

 

Sonstige Hinweise 

Förderungen

Die C2-Weinbausteillagenkulisse ab 2026 wurde am 12. Mai so angepasst, dass die Hangneigung Flurstücks unabhängig in einem engen Raster ermittelt wird. Aufgrund der Kurzfristigkeit der Änderung wurde das Zeitfenster für entsprechende Anpassungen in FIONA bis zum 31.05.2026 „verlängert“. Bitte prüfen Sie daher bis Ende Mai, ob zusätzliche Flächen in die Antragstellung aufgenommen werden sollen und passen Sie ihren Verpflichtungsumfang entsprechend an.

VitiMeteo

Kann man mit dem Mobilphone direkt auf seine lokale Wetterstation zugreifen? Ja, dies geht. Unter dem Link VitiMeteo Permalink anlegen steht in VitiMeteo Wiki die dazu notwendige Anleitung. 

Veranstaltungen

Am 21.05. Findet bei dem Morandusdenkmal in Merdingen die 1. Gemeinsame Rebbegehung des BWK am Tuniberg statt. Dazu sind auch nicht dem BWK angeschlossene Betriebe willkommen. Beginn ist um 18:00 Uhr.

 

Sofern nicht anderst erforderlich, erfolgt das nächste Weinbauinfo am 28. Mai 2026.