Weinbauinfo Bodensee Nr. 7

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Allgemeiner Entwicklungsstand

Es scheint, als könnte der Mai noch manches besser wie eigentlich der April. Nach einem schon fast sommerlichen Start haben wir einen ausgeprägten Wetterumschwung mit sehr kühlen Temperaturen in Form von abgeschwächten Eisheiligen. Im Bodenseeraum leuchten die Schweizer Alpen mit neuem Schnee. Dabei zeigt sich: es ist immer schwierig, es allen recht zu machen. Was den Winzer freut (das Wasser und das langsamere Wachstum), ärgert die Reben (die Kühle). Überaus reichlich waren die Niederschläge dennoch nicht, um die 20 mm über das Wochenende. Das Wachstum verlangsamt sich und durch die kühlen Temperaturen gibt es auch den bekannten gelblichen Schimmer im Laub der Reben. Die Nachttemperaturen sind bis auf um die 5° C gefallen. Die kühle Phase geht nur langsam, erst in Richtung Pfingsten ist bisher wieder eine deutlichere Erwärmung in den Wettervorhersagen. Grössere Niederschläge sind dabei nicht in Sicht. Erfreulich ist der Ansatz in den Reben. Neben der sehr gleichmässigen Gescheinszahl zeigen die Gescheine auch eine gute Ausgangsgrösse. Die Entwicklung steht bei BBCH 55, Gescheine vergrössern sich. Im Bodenseeraum liegt die Blattzahl um 1- 2 Blatt zurück bei 4 – 6 Blatt, je nach Lage und Sorte. 

 

Zu den tierischen Schädlingen

Generell sind die Kontrollfallen für den Traubenwicklerflug im gewohnten Rhythmus Montags – Mittwochs – Freitags zu überwachen. Ausser leichterem Pockenmilbenbefall sind anderweitige erwähnenswerte Auffälligkeiten nicht bekannt.

 

Zu den Pilzkrankheiten

Entspannt ist die aktuelle Lage im Pflanzenschutz. Der Termin zum Wochenende lag optimal bei sehr guten Ausbringungsbedingungen. Damit sind derzeit alle möglichen Primärinfektionsbedingungen der Peronospora abgedeckt, weitere sind bis Pfingsten nicht in Sicht. Hierfür reichen die angesagten Niederschlagsmengen bei weitem nicht aus. Durch die kühlen Temperaturen sind die Inkubationszeiten sehr lang, Sekundärinfektionen damit ebenfalls nicht gegeben. Vergleichbares gilt für Oidium. Kühles und leicht feuchtes Wetter ist kein Oidiumwetter. Die nächste mögliche Behandlung zeichnet sich durch die beschriebene Wetter- und Pflanzenschutzlage auf Ende kommender Woche ab, dazu nächste Woche mehr, ausser es käme eine schroffe Wendung.  Aktuell liegen die Einsatzmengen bei: Netzschwefel mit 3,5 kg / ha. Gegen Peronospora ein Kontaktmittel wie Folpan WDG mit 0,6 kg / ha oder Folpan SC mit 0,8 l / ha, Delan WG mit Aufbrauchsfrist mit 0,3 kg / ha, Delan SC nach Laubwandmodell mit 0,24 l / ha. 

 Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,0 l / ha) oder Frutogard (1,5 l / ha) zur Spritzbrühe empfohlen. Werden andere Produkte eingesetzt, sind die entsprechenden Aufwandmengen zu beachten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (1,8 l /ha) eingesetzt werden.

Bitte beachten Sie die Hinweise und Anwendungsvorschriften in den Gebrauchsanleitungen der eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Nutzen Sie möglichst Abdrift mindernde Applikationstechnik und achten Sie auf eine zielgenaue Einstellung der Geräte.

 

Weinbauliche Hinweise 

In den Reben läuft die Saison der Ausbrecharbeiten. Am Stammkopf sollten besonders Triebe ohne Gescheine und schwach wachsende Triebe entfernt werden. Die Entfernung von Doppeltreiben fördert eine luftige Laubwand und unterstützt den Pflanzenschutz. Das Ausbrechlaub kann nach Kontrolle auf Besatz für die Ansiedlung von Raubmilben in den Junganlagen verwendet werden. Die Ausbringung muss rasch erfolgen, auf lahm werdendem Ausbrechlaub wandern die Milben ab. 

Bei einer Einsaat von Junganlagen ist die Saatbreite so zu wählen, dass keine Beschattung oder Bedeckung der Jungreben oder des Pflanzstreifens möglich ist. Einjährige, wenig wasserzehrende und gut walzbare Einsaaten wie Phacelia und Buchweizen sind vorzuziehen. Die z.B. Wolfmischung wäre auch möglich, ist aber eher für Regionen mit Maikäfern als Ablenkungsfütterung vorteilhafter. Bei einer Einsaat von geöffneten Gassen ist z.B. die vielfältiger ausgerichtete Tübinger Mischung als Sommereinsaat eine gute Alternative. Es wurde kühler, aber eine Frostgefahr ist nicht mehr in Sicht, die Eisheiligen lassen uns in Ruhe. Damit können die Frostruten entfernt werden.

 

Sonstige Hinweise 

Förderungen

Nach der Pflanzung im Rahmen der Umstellung und Umstrukturierung sollte die Pfropfrebenrechnung umgehend beim zuständigen Landwirtschaftsamt eingereicht werden, um eine zügige Weiterbearbeitung in der Verwaltung zu unterstützen. Der FIONA-Antrag kann hierzu auch nach dem 15.05. nochmals geöffnet werden. Nach dem hochladen der Rebenrechnung müssen Sie bitte den Antrag nochmal einreichen. Erst dann ist die Rechnung im System aktiv. Bitte beachten Sie, dass bei der Beantragung der Tröpfchenbewässerung erforderlich ist, die Anlage Wasserbezug auszufüllen und in FIONA hochzuladen.

Veranstaltungen

Am 21.05. Findet bei dem Morandusdenkmal in Merdingen die 1. Gemeinsame Rebbegehung des BWK am Tuniberg statt. Dazu sind auch nicht dem BWK angeschlossene Betriebe willkommen. Beginn ist um 18:00 Uhr.

 

Sofern nicht anderst erforderlich, erfolgt das nächste Weinbauinfo am 21. Mai 2026.