Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2026 (KW 20)

Lauchminierfliege

Die erste Generation der Lauchminierfliege hat die Eiablage beendet. Maßnahmen sind keine mehr erforderlich. Nach einer Sommerpause wird die zweite Generation im Spätsommer oder Herbst erscheinen, erfahrungsgemäß nicht vor Anfang September. 

Kohlfliege

Auch von der Kohlfliege werden kaum noch Eigelege gefunden. Das bedeutet auch hier ein Ende der ersten Generation. Behandlungen auf dem Feld sind derzeit nicht nötig. Da die Fliegen der zweiten Generation aber schon in wenigen Wochen mit der Eiablage beginnen werden, sollten weiterhin die Jungpflanzen mit SpinTor oder Verimark behandelt werden. Die Mittel schützen zwei oder drei Wochen vor den Maden der Kohlfliege und außerdem ähnlich lange vor Erdflöhen. 

Möhrenfliege

Die erste Generation der Möhrenfliegen ist ebenfalls am ausklingen, wie Gelbtafeln und Prognosemodell einhellig zeigen. Überwinterte Bestände von Petersilie, die als Fangpflanzen diente, sollten möglichst bald so bearbeitet werden, dass die Wurzeln schnell verrotten. 

Rübenfliege

Die Rübenfliege legt weiterhin Eier ab. Diese sind weiß, reiskornförmig, etwa 1 mm lang und werden meist zu mehreren mehr oder weniger parallel nebeneinander auf die Blattunterseite geheftet. Dementsprechend leben meist mehrere Maden in den Blattminen, welche große Teile des Blattes einnehmen können. Schäden an Rote Bete halten sich meist in Grenzen, Mangold und Spinat sollten geschützt werden. Geeignet sind Minecto One (in Mangold), SpinTor (Spinat, Mangold), NeemAzal-T/S oder Karate Zeon und andere Pyrethroiden. 

Eier, Mine, Maden von Rübenfliege Pegomya
Bilder oben: Häufig haften die leeren Eihüllen der Rübenfliege (links) noch an der Blattunterseite, wenn bereits große Blattminen (rechts oben) zu sehen und die Maden (rechts unten) fast ausgewachsen sind.

Rübenstängelrüssler

Die Zahl der Rübenstängelrüssler in Mangold und Rote Bete hat deutlich zugenommen. Wo er sich aufhält, fallen Fraßgruben an Stängeln und Stielen auf, auch erste Eier wurden abgelegt. Das Gros der Käfer dürfte nun aus dem Winterquartier in die Anbauflächen eingewandert sein. Netzauflage macht nur noch Sinn bei Beständen, welche die Käfer noch nicht besiedelt haben – etwa weil sie sich lieber auf benachbartem, schossendem Mangold aufhalten. Für den Einsatz von Insektiziden (z. B. Minecto One oder Karate Zeon in Rote Bete und Mangold, SpinTor in Mangold) ist dagegen jetzt der richtige Zeitpunkt. 

Spargelfliege und -hähnchen

Die Spargelfliege ist im ganzen Gebiet aktiv, je nach Standort aber in unterschiedlicher Zahl. Eiablage findet bevorzugt an jungen, noch geschlossenen Spargeltrieben statt. Gefahr von Schäden besteht vor allem dort, wo es im Vorjahr Triebverluste durch die Spargelfliege gab. Junganlagen sind gefährdet, wenn sie im Umkreis von etwa 2 km um solche Flächen stehen. Zugelassen ist u. a. Benevia, mit der Einschränkung, dass die Anwendung spätestens 3 Wochen vor zu erwartendem Blühbeginn erfolgt. Das ist bei wüchsigem Wetter schwer einzuhalten. Auch Karate Zeon oder Mospilan SG haben eine Wirkung gegen die Fliegen. Die Behandlungen erfolgen am besten dann, wenn die Tiere im Bestand zu sehen und direkt mit der Spritzbrühe zu treffen sind. Das ist meist am Vormittag oder späten Nachmittag der Fall oder bei leicht bedecktem Himmel. 

Das Auftreten von Spargelhähnchen ist ebenfalls von Fläche zu Fläche unterschiedlich, aber weniger vorhersehbar. Kontrollen auf den einzelnen Flächen sind erforderlich, um das Schadrisiko einzuschätzen. Wirkung haben die genannten Mittel sowie u. a. NeemAzal-T/S. 

Zulassungen

Folgende Notfallzulassungen (Art. 53 Abs. 1 der VO (EG) 1107/2009) wurden ausgesprochen:

·        vom 27.04.2026 bis 24.08.2026 für Pirimor G (500 g/l Pirimicarb) in Möhre im Freiland gegen Blattläuse mit 1 x 0,3 kg/ha und Wartezeit = 7 Tage. 

·        vom 11.05.2026 bis 07.09.2026 für Pirimor G in Endivien, Salate, Spinat und verwandte Arten sowie Blumenkohle im Freiland gegen Blattläuse mit 2 x 0,25 kg/ha und Wartezeit=7 Tage. Wiederbetretungsauflagen beachten!

·        vom 22.04.2026 bis 19.08.2026 für Orondis VIP (174,4 g/l Metalaxyl-M + 30 g/l Oxathiapiprolin) im Freiland gegen Falsche Mehltaupilze mit 2 x 0,5 l/ha in Hülsengemüse, Blatt- und Stielgemüse und Wurzel- und Knollengemüse zur Nutzung als Baby-Leaf-Salat, außerdem in Salat-Arten (ausgenommen Eissalat), Spinat und verwandte Arten (ausgenommen Rote Bete) mit Wartezeit = 10 Tagen und in Kohlrabi, Kopfkohl und Blumenkohle mit Wartezeit = 21 Tage. Bei der Anwendung in Kohlrabi gilt VV605 (Kennzeichnung mit dem Hinweis „Blätter zum Verzehr/zur Verfütterung nicht geeignet", außer, wenn die Blätter des Kohlrabis vor dem Inverkehrbringen entfernt werden oder wenn durch Rückstandsuntersuchung sichergestellt werden kann, dass die Höchstmenge entsprechend Verordnung (EG) Nr. 396/2005 eingehalten wird.)

·        vom 07.05.2026 bis 03.09.2026 für Chrysotec im Gewächshaus gegen Raupen der Zweipunkt-Goldeule (Chrysodeixis chalcites) in Fruchtgemüse. Die Anwendung erfolgt durch Aufhängen der Pheromondispenser vor oder unmittelbar nach dem Pflanzen. Wartezeit=F.

Zulassungserweiterungen haben erhalten: 

·        Lentagran WP in Schnittlauch im Freiland zur Anwendung im Splitting nach dem Auflaufen mit 2 x 0,75 kg/ha und Wartezeit=35 Tage.  

·        Susteed (974,5 g/l Bacillus amyloliquefaciens Stamm QST 713 (vormals Bacillus subtilis) zur Saatgutbehandlung von Grün-, China-, Kopf-, Blumenkohle, Radieschen, Rettich, Aubergine, Tomate, Paprika (inkl. Peperoni und Chili), Gurke, Melone, Patison, Zucchini, Wassermelone, Futter-, Zucker-, Kichererbse, Soja-, Stangenbohne, Speiselinse, Weiße Lupine, Salat-Arten (ausgenommen Salate), Spinat und verwandte Arten sowie Gemüsefenchel. Aufwandmenge ist 6,6 ml/kg Saatgut. Wartezeit=F. 

Übersicht Blattlaus-Insektizide in Salat



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