Weinbauinfo Tuniberg

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Allgemeine Situation:

Das sonnig warme Wetter der letzten Wochen hinterlässt auch im Weinberg seine Spuren. So haben mittlerweile auch die spätestens Lagen das 3-Blatt-Stadium erreicht, in mittleren Lagen zeigen sich 4 bis 6 Blätter und frühe Lagen und Sorten gerne auch schon mehr. Der April zeigt sich dieses Jahr von seiner sehr trockenen Seite. Im Beratungsgebiet sind diesen Monat gerade einmal zwischen 11 und 25mm Niederschlag gefallen. Langfristige Wetterprognosen sagen aktuell einen Mai mit vermehrten Niederschlägen voraus, welche diese Trockenheit ausgleichen könnten. 

Für die erste Maiwoche sind ebenfalls Niederschläge gemeldet. Zeit also, für die erste reguläre Pflanzenschutzbehandlung. 

Rebschutz:

Peronospora und Oidium 

Die verschiedenen Wetterberichte sind sich zwar einig, dass es regnen soll, jedoch nicht ob bereits ab Montag oder erst ab Dienstag. Daher bietet sich der kommende Samstag für die erste Behandlung sehr gut an, ansonsten der eventuell trockene Montag. 

Mittelempfehlung:

Gegen Peronospora können Kontaktmittel eingesetzt werden, wie z.B. Folpan 80 WDG (0,4 kg/ha), Folpan 500 SC (0,6 l/ha), Delan WDG (0,2 kg/ha), (Dieses Jahr aufbrauchen) oder das neue Delan SC (0,24l/ha) (0,4 l/10.000 m2).

In diesem Zug wird auch die Schwarzfleckenbehandlung mit abgedeckt. 

Gegen Oidium ist der Spritzbrühe Netzschwefel (3,6 kg/ha) zuzusetzen, wodurch auch Pockenmilben erfasst werden.  

Um den Neuzuwachs besser zu schützen wird der Zusatz von Phosphonaten wie z.B. Veriphos, Foshield, (jeweils 1,0 l/ha) oder Frutogard (1,5 l/ha) zur Spritzbrühe empfohlen. Werden andere Produkte eingesetzt, sind die entsprechenden Aufwandmengen zu beachten. Alternativ kann auch das Kombinationsmittel Delan Pro (1,2l/ha) eingesetzt werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus der Basismenge x 1 

Weinbauliche Maßnahmen 

Ab sofort kann mit den Ausbrecharbeiten begonnen werden. Im optimalen Fall bleiben pro Stock 3 bis 5 Triebe am Kopf stehen, am Biegedraht werden sämtliche Doppeltriebe entfernt. Dies sorgt für eine luftige Laubwand und mindert automatisch den Pilzdruck in den Anlagen. 

Auch das Entfernen der Stammaustriebe steht nun an. Neben den mechanischen Möglichkeiten von Hand und mittels Stammputzer, können die Bodentriebe chemisch, mittels Shark oder Quickdown (herbizide Abbrenner) abgespritzt werden. Bitte beachten Sie die Sortenvorgaben bei Shark (1,0l/ha) innerhalb sowie auch außerhalb von WSG & HSG (allen Burgundersorten, Chardonnay, Silvaner, MorioMuskat und Schwarzriesling mit 1,0l/ha). Bei Quickdown (0,4l/ha) plus Toil (1l/ha) die Sorten Riesling und Dornfelder.  Bitte achten Sie bei der Anwendung auf abdriftmindernde Arbeitsweise, Einsatz von Spritzschim und Injektordüsen. Die Trieblänge von ca. 10-15 cm ist der optimale Einsatztermin für das chemische Ausbrechen. 

Wichtig ist, dass bei zwei- oder dreijährigen Anlagen das Ausbrechen der Stammaustriebe nicht zu spät erfolgen sollte, sonst gibt es zu große Wunden, welche die Langlebigkeit des Stammes beeinträchtigen. 

In Anlagen mit dem Erziehungssystem „Langzapfenkordon“ sollte nun mit dem mechanischen Ausbrechen begonnen werden. Dieser Arbeitsschritt ist für einen qualitätsorientierten Weinbau unerlässlich. 

Junganlagen: 

Viele Betriebe haben bereits ihre Neuanlagen gepflanzt. Besonders in Hanglagen mit direkter Angrenzung zu Wohngebieten sollte dringend eine bodendeckende Schicht Heu oder Stroh eingebracht werden, um stärkere Erosionen zu verhindern. Auch das Einsäen mit einfachen Mischungen wie Phacelia‑Buchweizen hat sich bewährt. Bei zu hoher Wasserkonkurrenz im Sommer wird diese gewalzt und sorgt somit ebenfalls für eine deckende Schicht. 

Sollten Sie den Zuschuss für Junganlagen beantragt haben, denken Sie bitte an die Flächenkorrektur nach der Pflanzung. Nur die tatsächlich bepflanzte Rebfläche wird gefördert. Bei einer Überbeantragung von >30% werden die Zuschüsse gekürzt. 

Die sicherste Methode zur Ermittlung der förderfähigen Fläche ist wie folgt:

Stockstandraum ermitteln: Stockabstand x Gassenbreite

Pflanzfläche ermitteln: Stockstandraum x Anzahl gepflanzte Reben

Die Förderung erfolgt flurstücksbezogen. Liegen mehrere Flurstücke nebeneinander, muss für jedes Flurstück die tatsächlich angepflanzte Fläche korrigiert werden. Im Zweifelsfall ist das Suchen der Grenzsteine die beste Wahl.  

Der späteste Abgabetermin für den GA ist der 15.05.2026. Bei Rückfragen hilft Ihnen die Hotline unter        0761-2187 5895. 

Frostgefahr:

In keinem der Wetterberichte sind Spätfröste zu erkennen. Somit kann mit dem Entfernen der Frostruten ab nächster Woche begonnen werden.  

Nächster Aufruf am Donnerstag, dem 07.05.                          

gez. in Vertretung Mattmüller