Kohlfliege
Die Aktivität der Kohlfliege hat zugenommen, insgesamt aber auf niedrigem bis mäßig hohem Niveau.
Möhrenfliege
Auf allen beobachteten Standorten fliegt jetzt die Möhrenfliege. Bevorzugte Wirtspflanzen sind derzeit überwinterte und damit blattreiche=schattige Bestände von Petersilie, Liebstöckel oder unbedeckte Pflanzkulturen von Fenchel oder Sellerie. Junge Möhren sind erst ab dem 3-Blatt-Stadium attraktiv für die Eiablage. Dann schützen Netzauflage, Insektizideinsatz oder das Trockenhalten der Bodenoberfläche durch Beregnungsmanagement und Bodenbearbeitung vor Befall.
Selleriefliege
Die Gelbtafeln für das Möhrenfliegen-Monitoring fangen an allen Standorten auch Selleriefliegen. Sie legen ihre Eier in Blätter von verschiedenen großblättrigen Doldenblütlern wie Sellerie, Liebstöckel und Petersilie ab, ihre Maden zerstören durch Minenfraß Teile der Blattfläche. Im letzten Jahr gab es sehr viele davon, in diesem muss es nicht genauso sein. Die Bestände sollten aber in den nächsten zwei Wochen beobachtet werden, insbesondere bei jungem Sellerie und Pastinaken kann der Blattverlust ertragswirksam sein. Wenn die Zahl der Minen zu groß wird, können die Fliegen mit Insektiziden wie Karate Zeon, Minecto One, NeemAzal-T/S bekämpft werden. Dabei die Zulassungen in den einzelnen Kulturen beachten!

Bild oben: Die etwa 5 mm lange Fliege geht oft auf den Leim von Möhrenfliegenfallen. Sie kann anhand der Flügelzeichnung
von Walnuss- und Kirschfruchtfliege unterschieden werden.
Bild unten: Geöffnete Fraßmine mit der dazugehörigen Made der Selleriefliege an Liebstöckel.
Kohlrabi-Physiologie
Bei der Ernte von Kohlrabi in Gewächshäusern und Folientunneln fällt die große Zahl geplatzter Knollen auf. Ursache dürfte ein Überschuss an Wasser gewesen sein. Dabei ist weniger die Bewässerung von Bedeutung als die Verdunstung. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Phasen mit warmen Tagen und kalten Nächten. In solchen Situationen führt die nächtliche Abkühlung zu einem starken Ansteigen der Luftfeuchtigkeit im Laufe der Nacht, als Kälteschutz geschlossene Lüftungen verstärken die Wirkung. Zum Ausgang der Nacht ist die Luft wassergesättigt, das vom Kohlrabi mit den Wurzeln aufgenommene Wasser kann nicht mehr über die Blätter verdunstet werden; es staut sich im Gewebe. Erschütterungen, etwa bei der Ernte, bringen die prallen Knollen dann zum Platzen, manchmal schafft es der Wurzeldruck auch allein. Lüften während der Nacht oder am Morgen lässt die wassergesättigte Luft entweichen und verringert so das Risiko von Platzern. Arbeiten in den gefährdeten Beständen sollten erst am Nachmittag stattfinden.

Bild oben: Große Unterschiede in der Luftfeuchtigkeit können zum Platzen von Kohlrabiknollen führen
Zulassungen
Die Zulassung von Venzar 500 SC wurde erweitert gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter im Freiland in Spinat (1 x 0,8 l/ha nach der Saat, vor dem Auflaufen, WF=30). Auflagen beachten, z. B. NG405 (Keine Anwendung auf drainierten Flächen), NG3601 (Innerhalb von 3 Jahren max. 500 g Lenacil/ha auf derselben Fläche - auch in Kombination mit anderen Lenacil enthaltenden Pflanzenschutzmitteln) und VN2462 (Nachbau von Wurzelgemüse, Spinat und Getreide frühestens 30 Tage nach Anwendung. Nachbau aller übrigen Kulturen erst 6 Monate nach der Anwendung) beachten