Lauchminierfliege
Schon vor einer Woche konnte man einzelne Lauchminierfliegen auch in nicht verfrühten Schnittlauchbeständen finden. Die ungemütliche Witterung zum Monatswechsel bereitete ihrem Tatendrang nur ein vorläufiges Ende. Mit den zu Ostern steigenden Temperaturen wird die Aktivität dieser Schädlinge schnell weiter zunehmen. Gefahr von Schäden besteht grundsätzlich für alle Arten von Lauch- und Zwiebelgewächsen (Gattung Allium), z. B. Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch. Das Ausmaß der Schäden, welche die Frühjahrsgeneration der Lauchminierfliege verursacht, hat seit dem ersten Auftreten in unserer Region vor etwa 20 Jahren aber deutlich abgenommen.
Wo eine Netzauflage (0,8 mm) vorgesehen ist, ist dafür jetzt höchste Zeit. In unmittelbarer Nachbarschaft zu im Vorjahr befallenen Schnittlauchflächen oder überwintertem Lauch kann es dafür auch schon zu spät sein, weil bereits Fliegen eingewandert sein können.
Behandlungen mit Kontaktinsektiziden welche nur gegen die Fliegen wirken, sollten ebenfalls bald stattfinden. Eingesetzt werden können z. B. Cyperkill Max in Lauch, Karate Zeon in Schnittlauch, Lauch, Zwiebelgemüse oder SpinTor in Schnittlauch, Lauch, Zwiebelgemüse.
Sollen systemische Insektizide eingesetzt werden, die auch noch die Maden im Blatt erreichen, kann damit noch bis mindestens Ende der nächsten Woche gewartet werden. Wirksame systemische Mittel sind z. B. NeemAzal-T/S in Lauch und Bundzwiebel oder Benevia bzw. Minecto One in Zwiebelgemüse.

Bild oben: Die typischen, in Reihen angeordneten Fraßpunkte der Lauchminierfliege sind ein Hinweis darauf, ob die Lauchminierfliege aktiv ist. An den dunkelgrünen Schnittlauchröhren sind sie leicht zu finden.
Bild unten: Erst im Lauf von April und Mai werden die Schäden durch die Maden der Lauchminierfliege an Zwiebeln sichtbar.

Kohlmottenschildlaus
An Wirsing, Grünkohl, Rosenkohl und anderen überwinterten Kohlgewächsen hat die Kohlmottenschildlaus (Kohl-Weißefliege) weniger zahlreich überdauert als in den milderen Wintern zuvor. Aber es sind immer noch genug, um auf viele neue Wirtspflanzen überzuwandern und dort große Populationen zu bilden. Vlies schützt die jungen Kohlpflanzungen derzeit noch vor einer Besiedlung. Bevor dieses abgenommen wird, sollten alten Bestände, die nicht mehr beerntet werden, gemulcht und in den Boden gearbeitet werden. Günstig dafür ist ein möglichst kalten Morgen, wenn die Insekten noch starr sind und nicht fliehen können. Wie sehr diese Maßnahme den Ausgangsbefall für die kommende Saison reduziert, liegt in Südbaden weitgehend in der Hand der Kohlanbauer. Für die Weiße Fliege haben hier Rapsflächen als grüne Brücke über die Wintermonate relativ wenig Bedeutung.
Zwiebeln
In manchen Beständen von Winterzwiebeln, in denen im vergangenen Herbst der Falsche Mehltau nicht ausreichend bekämpft werden konnte, zeigen sich jetzt Symptome von Infektionen, typischerweise in Form diffus gelb verfärbter, nach unten gebogener Blätter. Aber auch unregelmäßige, annähernd konzentrisch angeordnete gelbe Scheckungen können auf Falschen Mehltau hinweisen. Im letzteren Fall ist die Unterscheidung zu Frostschäden nicht einfach. Eine sichere Diagnose ermöglicht das Vorhandensein eines Sporenrasens. Der wird im Freiland wegen der niedrigen Nachttemperaturen aber derzeit nicht ausgebildet (was bedeutet, dass aktuell keine Infektionsgefahr besteht). Deshalb muss man ihn provozieren, indem man eine Handvoll der verdächtigen Blätter in eine transparente Plastiktüte mit ein paar Tropfen Wasser packt. Liegt eine Infektion mit dem Falschen Mehltau vor, bildet dieser bei 6-25 °C (Zimmertemperatur) und dem Tag-Nacht-Rhythmus ausgesetzt (am Fenster) meist schon in der ersten Nacht einen Sporenrasen.
Vorhandene Blattinfektionen sind schwierig zu bekämpfen, umso wichtiger ist es, die neuen Blätter vor weiteren Infektionen zu schützen. Diese drohen, wenn es zum Ende der kommenden Woche nass und wärmer wird. Eine vorbeugende Behandlung sollte vorher stattfinden.
Die Wirkstoffe Oxathiapiprolin (Zorvec Enicade, Zorvec Entecta, Orondis Vip u. a.), Metalaxyl-M (Orondis Vip), Kaliumphosphonat (Enervin pro) oder Propamocarb und Fosetyl (Previcur Energy: Notfallzulassung bis 27.07.2026 in Winterhecken- und Speisezwiebel zur Verwendung als Bundzwiebel) wirken systemisch und zumindest im frühen Stadium einer Infektion kurativ. Sie sollten unbedingt mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden, um Resistenzbildung zu vermeiden.
Bild oben: Infektion mit Falschem Mehltau an Zwiebel. Frostschäden können ähnlich aussehen.
Zulassungen
Die Zulassung von Chanon (600 g/l Aclonifen) wurde wegen Unverträglichkeit auf Antrag des Herstellers in der Kultur Speiserüben zum 23.03.2026 widerrufen. Andere Anwendungen (z. B. in Wurzelpetersilie und Pastinake) sind davon nicht betroffen.
Die Zulassung von Lepinox Plus (in der neuen Zulassung mit Nr. 028449-00) gegen Raupen
von Eulen-Arten (nur zur Befallsminderung) wurde erweitert auf
- Buschbohne, Erbse, Flaschen-, Garten-, Riesenkürbis und Zuchini im Gewächshaus mit 3 x 1 kg/ha; Wartezeit=1 Tag.
- Tomate im Gewächshaus mit 3 x 0,33-1 kg/ha je nach Pflanzengröße; Wartezeit=2 Tage.
In der Neuen Zulassung hat Lepinox Plus nicht mehr die Anwendungsbestimmungen EO005-02 (Lüften vor Wiederbetreten) und SF245-01 (Abtrocknen lassen vor Wiederbetreten).
Eine Notfallzulassung wurde erteilt für Fonganil Gold (465,2 g/l Metalaxyl-M) in Petersilie im Freiland gegen Falschen Mehltau mit 1 x 0,2 l/ha zur Reihenbehandlung ab BBCH 43 (30 % der zu erwartenden art-/sortentypischen Blattfläche erreicht); Wartezeit=21 Tage. Dauer der Zulassung vom 30.03.2026 bis 27.07.2026