Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2026 (KW 10)

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Kohltriebrüssler

Die Kohltriebrüssler sind aus dem Winterschlaf erwacht, an sonnigen Tagen fliegen sie schon bei 10 °C Lufttemperatur, leichte Nachtfröste überstehen sie ohne weiteres. Dementsprechend wurden zu Wochenbeginn bereits Käfer an überwintertem Grünkohl und ihre Fraßpunkte an Rucola im Gewächshaus festgestellt. 

Alle Kohlkulturen sollten jetzt geschützt sein. Den sichersten Schutz bietet die ununterbrochene Bedeckung mit Netz oder dem ohnehin jetzt nötigen Vlies. Jungpflanzen und Gewächshauskulturen darf man dabei nicht vergessen. An einem sonnigen, warmen Märztag reichen wenige Stunden ohne Netz bzw. Vlies für einen flächendeckenden Befall aus. Wird die Bedeckung für Pflegearbeiten bei geeignetem Flugwetter abgenommen, sollte vor dem Wiederauflegen eine Behandlung mit einem Kontaktinsektizid durchgeführt werden. Geeignet sind z. B. SpinTor (alle Kohlarten), Raptol HP (nicht in Brokkoli, Rosenkohl) oder Pyrethroide wie Karate Zeon (Blumen- und Kopfkohle, Kohlrabi, Chinakohl), Mavrik Vita (Blumen- und Kopfkohle).

Beim Reifefraß der Käfer an Blättern, Blattstielen und Stängeln entstehen Verletzungen, die kraterartig aufreißen. Bei Kohlrabi platzt gleich die ganze Knolle. Bei Rucola reichen die Fraßlöcher in den Blättern für Reklamationen. Großes Schadpotenzial haben auch die Larven. Sie schlüpfen aus den in die Blattstiele und -rippen gelegten Eier und fressen von dort Gänge Richtung Stängel. Das führt zu Wuchsstörungen, der Unterbrechung der Wasserversorgung oder zum Abbrechen der Stängel. In Mairübchen, Kohlrabi oder auch Radies können sich die Larven bis in die Knolle fressen.

Fraßpunkte von Kohltriebrüssler an Rucola im Gewächshaus 

Bild oben: Fraßschäden des Kohltriebrüsslers an Rucola. Von einem Einbohrloch am Rand der Fraßpunkte aus hat der Käfer das Blattgewebe in Reichweite seines Rüssels annähernd halbkreisförmig herausgefressen. 

Bilder unten: Auch an Fraßlöchern an Blattstielen - hier von Kohlrabi - werden Eier abgelegt (links). Die Larven können die Blattstiele komplett aushöhlen (rechts).

Larven von Rüsslern (Ceutorrhynchus sp.) in Blattstielen von Kohlrabi

Bild unten: Fraßgänge von Larven des Kohltriebrüsslers in Mairübchen, ausgehend von den Blattstielen.

Larve eines Rüsslers (Ceutorrhynchus sp.) miniert in Mairübe



Zulassungen

Folgende Notfallzulassungen wurden ausgesprochen:

-     Teppeki (500 g/l Flonicamid) gegen Blattläuse Mehltau in der Anzucht von Salat-Arten und Blattkohle im Gewächshaus. Tauchen oder Gießen mit 1,2 g/Ar in 20-50 l Wasser/Ar im 1- bis 6-Blatt-Stadium, bis 1 Tag vor dem Pflanzen nach Erreichen von Schwellenwerten oder nach Warndienstaufruf oder nach Befallsbeginn. WZ=49 Tage. Zeitraum der Zulassung: 13.02.2026 bis 12.06.2026

-     Closer (120 g/l Sulfoxaflor) gegen Blattläuse in der Anzucht von Salate im Gewächshaus auf versiegelten Flächen (NZ113). Gießen mit 2 ml/1000 Pflanzen in 1 l/m² und Pflanzung mit max. 100.000 Pflanzen/ha. WZ = 7 Tage. Zeitraum der Zulassung: 25.02.2026 bis 24.06.2026

-     Orondis VIP (144,4 g/l Metalaxyl-M + 30 g/l Oxathiapiprolin) gegen Falschen Mehltau in Winterheckenzwiebel und Speisezwiebel zur Nutzung als Bundzwiebel im Freiland. Spritzen bei Befallsbeginn bzw. Sichtbarwerden der ersten Symptome. 2 x 0,5 l/ha. WZ=14 Tage. Zeitraum der Zulassung: 25.02.2026 bis 24.06.2026.

Zulassungen bzw. Zulassungserweiterungen haben erhalten 

-     Credit Xtreme (540 g/l Glyphosat) gegen ein- und zweikeimblättrige Unkräuter in Gemüsekulturen im Freiland mit 1 x 3,33 l/ha bis 2 Tage vor der Saat oder vor dem Pflanzen ODER nach der Saat, vor dem Auflaufen. WZ=F.

-     Teppeki (500 g/kg Flonicamid) gegen Blattläuse in Moschus- und Riesenkürbis (Verwendung mit Schale) und Garten-, Flaschen-, Moschus-, Riesenkürbie (Verwendung ohne Schale), Melone im Freiland mit 3 x 100 g/ha bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Schaderreger im Abstand von mind. 7 Tagen. WZ=1.

-     Harpun (100 g/l Pyriproxifen) gegen Gewächshaus-Weiße-Fliege (Trialeurodes vaporariorum) in Aubergine im Gewächshaus mit 2 x max. 1,125 l/ha Grundfläche je Spritzung und max. 2,25 l/ha je Kultur (bei einjährigen oder zweijährigen/überwinternden Kulturen) oder im Kalenderjahr (bei mehrjährigen Kulturen). Maximale laubwandflächenbezogene Aufwandmenge 0,7 l/10.000 m² Laubwandfläche in 625 bis 938 l Wasser/10.000 m² Laubwandfläche. WZ=3 Tage.