Pflanzenschutz-Hinweis Gemüsebau Südbaden 2026 (KW 6)

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Knoblauchfliege

In jedem Frühjahr, etwa ab April, zeigen sich an Knoblauch mehr oder weniger verbreitet Schäden durch die Knoblauchfliege: Die äußeren Blätter sind oft stark verdreht, jüngere Blätter löchrig aufgerissen oder welk. Sie lassen sich aus dem Schaft ziehen, die Blattbasis ist schleimig zersetzt. Verursacher sind die Maden der Knoblauchfliege. Diese schlüpfen aus Eiern, welche von den Fliegen sehr früh im Jahr abgelegt werden, möglicherweise schon an warmen Februartagen. Eiablage und damit Schäden lassen sich verhindern, wenn die Flächen im Spätwinter mit einem intakten Vlies oder Kohlfliegennetz abgedeckt werden, das erst Mitte April wieder abgenommen wird.

Schaden und Made der Knoblauchfliege
Bilder (vom 24.04.2024): Wenn man zerrissene, verdrehte Blätter an Knoblauch (links) entdeckt, ist der Verursacher dieser Schäden, die Made der Knoblauchfliege (rechts) oft schon nicht mehr zu finden. 

Salate im Gewächshaus

Die wieder häufiger in den zweistelligen Bereich steigenden Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Ausbreitung von Falschem Mehltau. Auch die Vermehrung der Blattläuse nimmt jetzt wieder zu. Die Bestände müssen kontrolliert und ggf. behandelt werden. 

Zulassungen

Folgende Notfallzulassungen nach Art. 53 der VO (EG) 1107/2009 wurden ausgesprochen: 

-     Fonganil Gold (465,2 g/l Metalaxyl-M) gegen Falschen Mehltau in der Anzucht von Salat-arten und Frische Kräuter im Gewächshaus auf versiegelten Flächen zum anschließenden Auspflanzen im Freiland oder im Gewächshaus. Gießen mit 0,25 ml/m² in 2 l Wasser/m². WZ = 60 Tage (Salat), 42 Tage (Basilikum) bzw. 28 Tage (Frische Kräuter ausgenommen Basilikum). Zeitraum der Zulassung: 30.01.2026 bis 30.05.2026

-     Pirimor G (500 g/kg Pirimicarb) gegen Blattläuse in Salate im Gewächsaus. Spritzen mit 2 x 3 g/Ar im Abstand von mind. 10 Tagen bei Überschreiten von Bekämpfungsschwellen 
oder nach Warndienstaufruf. Wartezeit=14 Tage. Zeitraum der Zulassung: 29.01.2026 bis 28.05.2026

-     Chrysotec (92,3 g/kg (Z)-7-Dodecen-1-ylacetat + 23,1 g/kg (Z)-9-Tetradecen-1-ylacetat) gegen Chrysodeixis chalcites (Tomaten-Goldeule, Kupfer-Goldeule) in Fruchtgemüse im Gewächshaus. Anwendung als Verwirrmethode mit 2 x 300 Dispenser/ha. Dispenser gleichmäßig im Bestand verteilen. WZ=F. Zeitraum der Zulassung: 01.01.2026 bis 30.04.2026

-     Attracap (1,2 x 1010 Sporen/kg Metarrhizium brunneum Stamm CB 15-III) gegen Drahtwürmer in Spargel und in Süßkartoffeln mit 1 x 30 kg/ha. Bei Spargel im Frühjahr bei ausreichend Wärme (März bis April) das Granulat auf den um 20 cm abgefrästen Spargeldamm mit einem Granulatstreuer streuen, danach den Damm wieder aufbauen und ggf. Folie auflegen. Bei Süßkartoffel beim Setzen der Stecklinge oder direkt vor der Pflanzung mit Granulatstreuer in die offene Furche einbringen, danach das Granulat vollständig bedecken. Anwendungsbestimmungen beachten, u. a.: „Keine Ausbringung des Granulates bei Wind mit Geschwindigkeiten über 5 m/s“ und „Sollten Granulate auf der Bodenoberfläche zu liegen kommen, so sind diese Granulate umgehend zu entfernen bzw. nachträglich einzuarbeiten.“ WF=F. Zeitraum der Zulassung: 16.02.2026 bis 15.06.2026

Chrysodeixis chalcites  Tomaten-Goldeule Raupe von Chrysodeixis chalcites an Paprika
Bilder oben: Die Tomaten-Goldeule Chrysodeixis chalcites (links) kann in frostreien Gewächshäusern überwintern und dort große Populationen aufbauen. Ihre grünen Raupen (rechts) schädigen durch Fraß Tomate, Paprika und Gurke. 

Fortbildungstermine Pflanzenschutz-Sachkunde Gemüsebau

Am Mittwoch, 11.02.2026 um 16:00 Uhr online und am Dienstag, 24.02.2026 um 18 Uhr am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Emmendingen-Hochburg in Präsenz findet jeweils eine 2-stündige Fortbildung gemäß § 9 Abs. 4 PflSchG statt. 

Für die Teilnahme am online-Termin ist eine Anmeldung bis zum 09.02.2026 nötig unter diesem Link: https://survey.lamapoll.de/Anmeldung-SKF-Gemuesebau2026

Der Zugangslink wird am Vortag der Veranstaltung per E-Mail verschickt.

 

Die Pflanzenschutzbroschüre für den Erwerbsgemüsebau 2026 wird bei der Präsenzveranstaltung zur Sachkundefortbildung verfügbar sein und voraussichtlich ab Ende Februar in den Agrarhandel-Märkten ausliegen. 

Falls Sie ein Exemplar zugeschickt bekommen möchten, wenden Sie sich bitte an juliette.schwan@lkbh.de oder 0761 2187-5825. 

Die Pflanzenschutzbroschüren für Gemüsebau, Ackerbau und Grünland, Obstbau sowie für Zierpflanzen/Baumschule/Stauden können alternativ auch unter folgender Adresse heruntergeladen werden: 

https://ltz.landwirtschaft-bw.de/pb/,Lde/Startseite/Service/Broschueren+zum+Pflanzenschutz